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Politik

Wahlprogramm: Was die Liberalen für das Gesundheitswesen planen

Donnerstag, 16. Mai 2013

dpa

Berlin – „Wir sind gegen eine zentralistisch gelenkte Staatsmedizin, die nur zu Bevor­mundung, Mangelverwaltung und Wartelisten führt und den Patienten zum Bittsteller macht.“ So steht es im Kapitel vier des gerade erschienenen Wahlprogramms der FDP, das die Liberalen „Bürgerprogramm“ nennen. „Wahlfreiheit für den Bürger bleibt die Maxime liberaler Gesundheitspolitik“, heißt es dort. Dazu gehöre eine starke private Kran­ken­ver­siche­rung und im Bereich der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung „die Abschaffung der Budgetmedizin und die Einführung des Kostenerstattungsprinzips“.

Finanzierung des Gesundheitswesens
Im übernächsten Punkt – auf Seite 34 des Programms – umreißt die Partei, wie sie sich die künftige Finanzierung des Gesundheitswesens vorstellt: „Der Einstieg in die Abkopplung der Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträge von den Löhnen und Gehältern war richtig“, heißt es dort. Steuermitteln sollen denjenigen helfen, die ihre Beiträge nicht bezahlen könnten.

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Außerdem möchten die Liberalen eine stärkere Kapitaldeckung, besonders um den demografischen Wandel zu schultern. „In der privaten Pflege-Vorsorgeförderung haben wir einen ersten wichtigen Schritt erreicht. Diesen Weg wollen wir fortsetzen“, so die FDP. Die Partei setzt außerdem auf Prävention und das Prinzip „Reha vor Rente“, um die Kosten zu begrenzen.

Für die Freiberuflichkeit
Ärzten und anderen Leistungserbringern verspricht die FDP, an der Freiberuflichkeit der Heilberufe festzuhalten. Wichtig sei außerdem, Bürokratie im Gesundheitswesen abzu­bauen. Dies gelte nicht nur für den ärztlichen Bereich, sondern besonders auch für die Pflege. Eine attraktive Ausbildung mit klar geregelten Finanzierungsmodalitäten soll außerdem das Ansehen der Pflegeberufe verbessern.

„Wir wehren uns aber gegen Bestrebungen, dass künftig nur noch Abiturienten eine Pflegeausbildung machen dürfen“, heißt es im Wahlprogramm. Vielmehr sei wichtig, „die Anerkennung und die Entwicklungsmöglichkeiten der Pflegeberufe zu verbessern.“ Deswegen sei die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pflegekräften von entscheidender Bedeutung.

Telemedizin fördern
Die Liberalen setzen auf Telemedizin und wollen haftungsrechtliche Vorgaben für telemedizinische Anwendungen abbauen. Neben technischen Assistenzsystemen sei dies wichtig, um einer alternden Bevölkerung ein selbstbestimmtes Leben zu ermög­lichen. Die Liberalen kritisieren das deutsche Gesundheitswesen sei „in vielen Bereichen noch nicht hinreichend auf die immer längere Lebenszeit der Menschen eingestellt“.

„Notwendig ist zum Beispiel geriatrische Kompetenz in allen Gesundheitsberufen, insbesondere auch Kompetenz im Umgang mit Demenz“, schreiben sie auf Seite 36 des Wahlprogramms. Die Altersmedizin soll daher auch stärker in den Fokus der medizinischen Forschung rücken.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #103070
Henry I
am Freitag, 17. Mai 2013, 19:05

Bürokratie

Vom Prinzip her ist der liberale Ansatz her richtig diskutiert.
Es fehlen aber wesentliche Erkenntnisse;
Das Gesundheitssystem muss entbürokratisiert werden, und zwar tatsächlich und umfassend.
Der Korporatismus der Krankenkassen und Politik muss abgewickelt werden, denn genau diese Faktoren sind es, die den Patienten für dumm verkaufen und zum Bittsteller machen. Gleichzeitig werden die Ärzte kriminalisiert und die ärztliche Ethik unterlaufen.
Avatar #104249
Senbuddy
am Freitag, 17. Mai 2013, 12:46

Die Solidarität zwischen "gesund und krank"...

...ist der eigentliche Sinn jeder Kran­ken­ver­siche­rung - gesetzlich und privat.

Und auch wenn das viele anders sehen: Die Solidarität zwischen "reich und arm" hat in der Kran­ken­ver­siche­rung nichts verloren.

Ein Kopfpauschale ohne die typisch deutsche Bürokratie und ohne die ewigen "Ausnahmen von den Ausnahmen von den Ausnahmen" würde also vieles vereinfachen. Dann würde es die vielen Umverteilungs - Diskussionen nicht mehr bei Krankheit und Pflege geben, sondern dort, wo sie hingehören: In Steuer, Sozialhilfe, Bürgergeld oder ähnlichem.

Und es würde auch endlich mal die in vielen Bereichen unkontrollierte und unkontrollierbare "Umverteilungsmaschinerie" der GKVen wegfallen.

Ich finde die Ideen der Liberalen recht gut.
Viele Grüße
S.
Avatar #70791
Jbuechs
am Freitag, 17. Mai 2013, 12:03

Der Einstieg in die Abkopplung der Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträge von den Löhnen

Na Bravo ! Da haben wir mal wieder das FDP- Glaubensbekentniss :
Solidarität ist Kacke ! Jeder für sich und Gott gegen alle ! Also wenn schon in den
GKV-Beiträgen unsolidarisch , dann aber richtig ! Dass heisst : Jeder muss den ,- dann gleichen, - Beitrag zahlen , auch nicht beschäftigte Familienmitglieder wie Ehefrauen , Kinder , Babys usw. also jeder Mitbürger ! Fazit :Ich könnte mich übergeben !
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