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Politik

Brandenburgs Sozialminister hält an Pflege-Prämisse „ambulant vor stationär“ fest

Dienstag, 21. Mai 2013

Potsdam – Brandenburg will an der Pflege-Prämisse „ambulant vor stationär“ festhalten. Daher hat Sozialminister Günter Baaske (SPD) eine 300-seitige Studie in Auftrag gegeben, die Mittel und Wege aufzeigen soll, wie Pflegefachkräfte an diese Aufgabe herangeführt werden können und Strukturen im Land angepasst werden müssen. „Im Herbst werden wir das Papier vorgelegen“, sagte Baaske heute in Potsdam.

Derzeit werden 77 Prozent der Pflegebedürftigen von mobilen Hilfsdiensten zwischen Elbe und Oder zu Hause versorgt. „Diese Zahl in Zukunft zu halten, wird nicht einfach“, betonte der Minister. Ein wegweisender Schritt wäre, den Kommunen in Form der Sozialämter mehr Kompetenzen in der Pflegeorganisation zuzusprechen. „Ich favorisiere eine entsprechende Anpassung des Sozialgesetzbuchs XI“, erklärte Baaske.

In seinem Wahlkreis in Potsdam-Mittelmark gebe es beispielsweise sehr weite Wege. Wenn drei Senioren aus einem abgelegenen Ort von drei unterschiedlichen Diensten betreut würden, wären dies drei Mal sehr weite Wege. Wenn nun die Kommune Sozialstationen von unterschiedlichen Trägern zu einer bündeln würde, würde der Weg in den Ort nur einmal anfallen, weil die oder der Altenpfleger sich um alle drei Senioren kümmern könnte, erklärte Baaske. Ein ähnliches Modell habe sich in Schweden bereits bewährt.

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Derzeit gibt es nach früheren Angaben des Ministeriums zwischen Elbe und Oder 96.000 Pflegebedürftige. Bis 2030 soll ihre Zahl auf 160.000 steigen. 26.000 Menschen sind derzeit in Brandenburg hauptberuflich in der Pflege tätig. Mit Blick auf 2030 wird der Bedarf auf 55.000 Fachkräfte anwachsen.

Derzeit gebe es genügend Pflegekräfte in Brandenburg, sagte Baaske. Damit dies so bleibt, könne man die vorgeschriebene Fachkräftequote von 50 auf 25 Prozent absenken. Auch mit Pflegeassistenten könne optimale Pflege angeboten werden. Die könne die Praxis belegen, meinte Baaske.

In Sachen Bezahlung der Pflegekräfte spricht sich Baaske für einen einheitlichen Tarifvertrag aus. „Der passt auf eine A4-Seite. Darin muss nur stehen, was bezahlt werden soll.“ © dpa/aerzteblatt.de

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