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Ärzteschaft

Ärzte in Umfrage gegen Bürgerversicherung

Mittwoch, 22. Mai 2013

Berlin – 87 Prozent der niedergelassenen Ärzte haben sich in einer Umfrage von Focus Money gegen den Umbau der Kran­ken­ver­siche­rung zu einer Bürgerversicherung ausgesprochen. Eine solche sehen die Wahlprogramme von SPD und Grünen vor, wenn auch in unterschiedlicher Ausgestaltung im Detail.

Gegen eine Bürgerversicherung hatte sich auch der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank-Ulrich Montgomery, in einem Interview mit der Rheinischen Post vom 18. Mai ausgesprochen. „Gibt es die private Kran­ken­ver­siche­rung nicht mehr, müssen sich die Gesetzlichen nicht mehr um den Transfer von Innovationen in den medizinischen Alltag kümmern. Zudem wird man nicht verhindern können, dass sich neben einem einheitlichen gesetzlichen System auch private Angebote weiter etablieren. Das wäre dann der Turbolader in die Zwei-Klassen-Medizin“, so der BÄK-Präsident gegenüber der Zeitung. Er warnte, die „Bürgerversicherung ist ein Einheitsbrei, der die Versorgung verschlechtert“.

„Eine Einheitskasse brächte massive Einschnitte in die Berufs- und Therapiefreiheit der Ärzte“, begrüßte der Vorsitzende des Verbands der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung, Reinhold Schulte, die Umfrageergebnisse in Focus Money. Auch er betonte, die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems beruhe unter anderem auf dem Zwei-Säulen-Modell aus privater und gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung. „Denn ohne ihren Systemwettbewerb wären Leistungskürzungen politisch viel einfacher durchsetzbar“, so Schulte. © hil/aerzteblatt.de

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