NewsMedizinMonoklonaler Antikörper durchbricht allergisches Asthma
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Monoklonaler Antikörper durchbricht allergisches Asthma

Donnerstag, 23. Mai 2013

Pittsburgh – Ein monoklonaler Antikörper, der eine für allergische Erkrankungen zentrale Th2-Antwort blockiert, hat in einer Phase-II-Studie an Patienten mit therapierefraktärem Asthma bronchiale die Zahl der Exazerbationen deutlich gesenkt. Die Studie wurde auf der Jahrestagung der American Thoracic Society in Philadelphia vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2013; doi: 10.1056/NEJMoa1304048) publiziert.

An der Studie des University of Pittsburgh Asthma Institute hatten 104 Patienten teilge­nommen, die unter der Therapie mit inhalativen Glukokortikoiden (ICS) und Beta-2-Sympathomimetika mit langer Wirkdauer (LABA) keine Symptomfreiheit erzielt hatten. Alle Patienten hatten eine erhöhte Konzentration von eosinophilen Granulozyten im Blut oder im Sputum als Hinweis auf eine allergische Genese ihrer Asthmaerkrankung.

Nur bei diesen Patienten ist eine Wirkung von Dupilumab zu erwarten. Der monoklonale Antikörper bindet an der Alpha-Untereinheit des Interleukin-4-Rezeptors. Er verhindert dadurch die Aktion von Interleukin-4 und Interleukin-13. Diese beiden Signalproteine sind an der Th2-Antwort des Immunsystems beteiligt, die allergischen Erkrankungen zugrunde liegt.

Anzeige

Für die Studie setzten alle 104 Patienten die LABA ab und schlichen langsam die Dosis der ICS aus. Ohne diesen Schutz kam es bei 23 von 54 Patienten (44 Prozent), die mit Placebo weiterbehandelt wurden, in den folgenden 12 Wochen zu einer Exazerbation des Asthmas, das selbstverständlich behandelt wurde. Unter den wöchentlichen Injek­tionen von Dupilumab kam es dagegen nur bei drei Patienten (6 Prozent) zu einer Exazerbation. Sally Wenzel vom Asthma Institute der Universität Pittsburgh errechnet daraus eine Reduktion der Asthmarate um 87 Prozent (Odds Ratio 0,08; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,02-0,28).

Die Studie belegt die Effektivität des Antikörpers, hat jedoch wenig mit der klinischen Realität gemeinsam, wendet der Editorialist Michael Wechsler vom National Jewish Health in Denver ein. Gefordert werde in der Asthmatherapie kein Medikament, das alle anderen ersetzt, sondern eines, dass als Add-On-Therapie die Wirksamkeit von ICS und LABA verbessert. Den Beweis, dass Dupilumab hierzu in der Lage ist, dürfte jetzt folgenden klinischen Studien vorbehalten bleiben.

Sollte sich Dupilumab in den weiteren Studien als sicher erweisen, käme es auch für die Behandlung anderer allergischer Erkrankungen infrage. Dem Vernehmen nach hat das Mittel bereits bei Patienten mit Atopischer Dermatitis gute Erfolge erzielt. Es dürfte aufgrund der Notwendigkeit von subkutanen Injektionen und dem zu erwartenden hohen Preis jedoch ein Reservemedikament bleiben. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2019
Los Angeles – Die Umweltgesetzgebung in Kalifornien der letzten beiden Jahrzehnte hat offenbar Wirkung gezeigt. Mit der geringeren Belastung der Luft durch Stickoxide und Feinstaub ist die Zahl der
Kalifornien: Rückgang von Asthmaerkrankungen bei Kindern dank sauberer Luft
20. Mai 2019
San Francisco – Eine Behandlung mit inhalativen Steroiden, ein wichtiger Eckstein in der Behandlung des persistierenden Asthmas, hat sich in einer randomisierten Studie nur bei einer Minderheit von
Steroide zeigen nur bei Asthmapatienten mit Eosinophilen im Sputum Wirkung
11. April 2019
Washington – Die Emissionen von Stickstoffdioxid (NO2), die bis zu 80 Prozent im Straßenverkehr entstehen, sind jährlich für etwa vier Millionen Neuerkrankungen am Asthma bronchiale bei Kindern
Straßenverkehr weltweit für Millionen von Asthmaerkrankungen bei Kindern verantwortlich
22. März 2019
Berlin – Nachdem viele Jahre kaum neue Medikamente gegen Asthma bronchiale auf den Markt gekommen sind, hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Seit 2015 wurden eine Reihe monoklonaler
Zielgerichtete Asthmatherapien mit noch unspezifischen Biomarkern
26. Februar 2019
Pittsburgh – Menschen mit Asthma reagieren unterschiedlich auf eine Therapie mit Cortikosteroiden (CS). Bei welchen Patienten Nebenwirkungen durch CS zu erwarten sind, konnten Forscher der Carnegie
Asthma: Auf systemische Cortikosteroide sprechen nicht alle Patienten an
20. Februar 2019
Berlin/Köln – Die Barmer Krankenkasse hat ihr sogenanntes Kinder- und Jugend-Programm um ein Modul namens „PädAssist“ erweitert. Dieses beinhaltet eine App zum Langzeitmonitoring junger Patienten
Telemedizinisches Monitoring bei Asthma oder Rheuma per App
29. Januar 2019
Springfield/Massachusetts – Obwohl ein Nutzen von Antibiotika bei akuten Exazerbationen eines Asthma bronchiale nicht belegt ist, werden sie in Notfallambulanzen häufig verordnet. Eine Studie in JAMA
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER