Medizin

Klon-Studie: Forscher räumt „Kopierfehler“ ein

Donnerstag, 23. Mai 2013

Beaverton – Acht Jahre nachdem der südkoranische Stammzell-Forscher Woo-Suk Hwang des Betrugs überführt wurde, geraten auch seine US-Kollegen in Bedrängnis. In ihrer Publikation in Cell sind Abbildungen vertauscht oder mehrfach verwendet worden.

Aufgefallen ist dies einem anonymen Wissenschaftler auf der Internet-Plattform „PubPeer“, die sich auf die Fehlersuche in wissenschaftlichen Arbeiten spezialisiert hat. Dort berichtet „Peer 1“, dass Abbildung „2F“ in leicht beschnittener Form in Abbildung "6D" oben links noch einmal auftaucht.

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Es handelt sich um eine mikroskopische Aufnahme, die einmal geklonte Zellen zeigen soll, das andere Mal aber eine (nicht geklonte) embryonale Stammzelle darstellen soll. Peer 1 meint, ein Fehler könne schon einmal vorkommen, doch das Beschneiden des Bildes spreche gegen eine unschuldige Verwechslung. Im Supplement-Teil der Studie sind laut Peer 1 zwei Streudiagramme (oben Mitte und oben Rechts) identisch.

Der Leitautor Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health & Science University in Beaverton/Oregon hat die Fehler gegenüber Nature eingestanden. Er besteht allerdings darauf, dass es sich um einen Fehler und nicht um einen Betrugsversuch gehandelt habe. Die Daten der Studie seien echt, die Klonexperimente gelungen.

Die von Nature befragten Experten hielten die Erklärungen von Mitalipov für plausibel, wundern sich allerdings über die „Schlampigkeit“ der Publikation. Die Ursache könnte in der Beschleunigung der wissenschaftlichen Publikationen liegen. Auch wöchentlich erscheinende Fachzeitschriften unterstreichen die Bedeutung einer Studie gerne durch die Vorweg-Publikation auf der Homepage.

Cell hatte die Studie nach nur drei Tagen akzeptiert, was den offiziellen Gutachtern kaum Zeit für eine Prüfung gelassen haben dürfte. Bei einer früheren Publikation in Nature hatte Mitalipov noch sechs Monate warten müssen. © rme/aerzteblatt.de

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