NewsMedizinRobert Koch-Institut: MRSA leicht rückläufig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Robert Koch-Institut: MRSA leicht rückläufig

Montag, 27. Mai 2013

Staphylococcus aureus /Wikipedia

Berlin – Das vermehrte Risikobewusstsein zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) scheint Wirkung zu zeigen. Verschiedene Surveillance-Systeme zeigen einem Beitrag im Epidemiologischen Bulletin (2013; 21: 187-193) zufolge einen rück­läufigen Trend bei dem Problemkeim, der aber weiterhin zu den häufigsten multiresis­tenten Erregern in deutschen Krankenhäusern gehört. Außerhalb der Kliniken sind MRSA dagegen weiterhin selten. Die Bedeutung im dritten Reservoir, den Livestock-assoziierten MRSA, ist noch unklar.

Da MRSA in Deutschland nur beim Nachweis in Blutkulturen und Liquor (seit Juli 2009) meldepflichtig sind, verfügt das Robert Koch-Institut (RKI) über keine sicheren Daten zur Epidemiologie von Hospital-assoziierten MRSA (HA-MRSA) in Deutschland. Aus den Daten verschiedener nationaler und internationaler Surveillance-Systeme sei jedoch ein leichter Rückgang des Anteils von HA-MRSA an S. aureus erkennbar, schreibt das Team um Guido Werner vom Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Staphylokokken und Enterokokken in Berlin.

Anzeige

Dort werden die eingesandten MRSA-Stämme aufgeschlüsselt. Der Trend gehe hier zu bestimmten Epidemiestämmen, was aber nicht unbedingt ein ungünstiges Resistenz­muster bedeutet. Während die meisten nosokomialen MRSA resistent gegen Cipro­floxacin und Moxifloxacin sind, ist der Trend bei Tetracyclinen, Makroliden und Amino­glykosiden sogar rückläufig.

Resistenzen gegen Reserveantibiotika wie Tigecyclin, Linezolid und Daptomycin sind laut Werner selten geblieben. Zugenommen hat dagegen die Resistenz gegen Mupirocin. Die sei eine Folge des zunehmenden MRSA-Screenings, da Mupirocin häufig bei Sanierungs­behandlungen zum Einsatz kommt.

Bei Menschen, die keinen Kontakt zu Gesundheitseinrichtungen hatten, werden MRSA in Deutschland selten gefunden. Es wird möglicherweise aber auch nicht danach gesucht. Das NRZ geht von einer gewissen Dunkelziffer aus. An die Möglichkeit einer MRSA sollten Ärzte bei tiefgehenden Haut-Weichgewebeinfektionen wie Abszessen, Furunkeln, Karbunkeln und Wundinfektionen denken, rät Werner.

Weitgehend unklar ist die Situation bei den Livestock-assoziierten MRSA (LA-MRSA), also die multiresistenten Keime in der Viehzucht. Resistente Erreger sind hier aufgrund des massiven Einsatzes von Antibiotika häufig. Vor allem in Gebieten mit hoher Dichte an kommerziellen Nutztieranlagen müsse mit einer nasalen Besiedlung von beruflich exponierten Personen gerechnet werden, vermutet Werner.

Die mikrobiologische Last auf den Farmen sei erheblich und ein regelmäßiger Eintrag von LA-MRSA in Gesundheitseinrichtungen in bestimmten Regionen sehr wahr­scheinlich. Infektketten in die Kliniken hinein konnten jedoch in Deutschland bislang nicht nachgewiesen werden. Die Ursache ist unklar. Ob die Übertragungsrate im Vergleich zu HA-MRSA vermindert ist oder andere Gründe vorliegen, ist laut Werner derzeit Gegenstand der Forschung. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER