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Medizin

Polio jetzt auch in Kenia

Dienstag, 28. Mai 2013

Genf – Nachdem Mitte April in der somalischen Hauptstadt Mogadishu ein Kind an einer Kinderlähmung erkrankt war, ist jetzt in einem Flüchtlingslager in Kenia ein weiterer Erkrankungsfall aufgetreten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits mit Massenimpfungen begonnen.

Da Infektionen mit dem Poliomyelitis-Virus nur in einem von ungefähr 200 Fällen zu einer schlaffen Lähmung führen, muss die WHO mit weiteren Erkrankungen rechnen. Nach Bekanntwerden der ersten Erkrankung wurden Mitte Mai bereits 440.000 Kinder in Somalia geimpft. Eine weitere Impfkampagne soll diese Tage in Kenia gestartet werden, wo mehr als eine Million Impfungen vorgesehen sind.

Bei dem in Kenia erkrankten Kind handelt es sich um einen vier Monate alten Säugling, der am 30. April in einem Flüchtlingslager in Dadaab an einer schlaffen Lähmung erkrankt war. Zwei gesunde Kontaktpersonen des Kindes wurden laut WHO positiv auf den Wildtyp 1 des Poliovirus (WPV1) getestet. Es handelt sich um die ersten labormedizinisch bestätigten Infektionen in Kenia seit Juli 2011.

Die WHO schätzt das Risiko einer Ausbreitung auf andere Länder als sehr hoch ein, da es in der Region viele ungeimpfte Kinder gibt und die Migration aufgrund von Flüchtlingsströmen groß ist. Allein in Dadaab leben in mehreren Lagern fast 500.000 Menschen.

Die Polio ist weltweit nur noch in Pakistan, Afghanistan und Nigeria endemisch. Ein­schließ­lich der beiden Erkrankungen in Somalia und Kenia wurden in diesem Jahr bis 22. Mai insgesamt 34 Erkrankungen bekannt (gegenüber 48 im gleichen Zeitraum des Vorjahres). Da Indien seit Februar 2011 ohne Neuerkrankungen ist, sind die Hoffnungen auf eine endgültige Eradikation gestiegen. Die Impfungen müssten jedoch auch danach noch einige Zeit fortgesetzt werden.

Eine endgültige Sicherheit gäbe es erst, wenn der Lebendimpfstoff (der in seltenen Fällen zum Wildtyp zurückmutieren kann) durch einen Impfstoff aus inaktivierten Polioviren ersetzt würde. Die Weltgesundheitsversammlung hat hierzu in den letzten Tagen einen „Endgame Strategic Plan“ vorgelegt. Die notwendigen Impfungen mussten zuletzt in Pakistan (Dezember) und Nigeria (Februar) unterbrochen werden, nachdem die Impfteams angegriffen und mehrere Mitarbeiter ermordet wurden. © rme/aerzteblatt.de

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