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Ärzteschaft

Kontroverse Debatte um ambulante Weiterbildung

Mittwoch, 29. Mai 2013

Hannover – Die Pflicht zur ambulanten Weiterbildung, wie sie von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorgeschlagen wird, hat eine heftige Debatte auf dem Deutschen Ärztetag ausgelöst. Eine Entscheidung darüber werden die Delegierten am Donnerstag fällen.

KBV-Chef Andreas Köhler erläuterte als Gastredner die Position der KBV. Da bestimmte Weiterbildungsinhalte nur noch ambulant vermittelt werden könnten, weil die entsprechenden Leistungen in den Krankenhäusern nicht mehr stattfänden, müssten angehende Fachärzte in den grundversorgenden Fächern einen Teil ihrer Weiterbildung in der Praxis absolvieren.

Nur wenn der Deutsche Ärztetag einen entsprechenden Beschluss fasse, könne man mit dem Gesetzgeber über eine angemessene Finanzierung dieser Weiterbildungsstellen verhandeln. „Entweder es gibt den Rückhalt des Deutschen Ärztetages, oder es wird uns nie gelingen, das umzusetzen“, sagte Köhler.

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Insbesondere Vertreter der Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund lehnten es ab, dass der Deutsche Ärztetag eine Pflicht zur Weiterbildung in den Praxen niedergelassener Ärzte beschließt. Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, erklärte, man müsse die ambulante Weiterbildung über Anreize stärken und nicht über zusätzliche Verpflichtungen.

Die Debatte, die heute Nachmittag begann, wird am Donnerstagmorgen fortgesetzt. © BH/HK/aerzteblatt.de

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EEBO
am Mittwoch, 29. Mai 2013, 19:17

Kein Rezept für den Ärztemangel auf dem Lande...

In den Versuchen der KVen, obligate ambulante Weiterbildungsabschnitte zu erzwingen, kann ich nur einen sehr plumpen Versuch erkennen, niederlassungsunwillige Jungärzte "zwangszubeglücken". Solange sich strukturell nichts ändert, werden die Niederlassungen sicherlich nicht steigen (da sich im übrigen der Köhlervorschlag wunderbar zu den Forderungen der Hausärzteverbände nach einem Pflichttertial beim Allgemeinmediziner im PJ gesellt, könnte man eine konzertierte Aktion dieser Vereine vermuten). Warum der Vorschlag der KBV sogar kontraproduktiv ist: Erstmal müssen unzählige Weiterbildungsstellen geschaffen und finanziert werden. Das Hauen und Stechen um die Vergütung der Assistenzärzte ist lebhaft vostellbar. Zweitens ist zu fürchten, daß die massenhafte Vergabe neuer Ermächtigungen auch einen Qualitätsverlust bedeutet, wenn z.B. Praxisinhaber weiterbilden sollen, die vorher nicht daran interessiert waren, jetzt aber aus finanziellen Gründen dazu bereit sind - also Masse statt Klasse.
Drittens haben wir in unserem Gesundheitswesen eine zunehmende Verzahnung des ambulanten und des stationären Bereichs; Krankenhäuser halten allerlei Ambulanzen, MVZs usw. vor, in denen auch Weiterbildungsassistenten arbeiten dürfen und dort entsprechende Erfahrungen sammeln. In jedem Falle bleibt der Koll. Köhler m.E. eine einen fundierten Beleg für jene Weiterbildungsinhalte schuldig, die angeblich nicht mehr in den Krankenhäusern erbracht werden können.
Zuletzt eine kurze persönliche Überlegung: Zur Niederlassung, egal, ob in der Stadt oder auf dem Lande, als Hausarzt oder Facharzt, bedarf es einer Risikobereitschaft, Berufung und Herzblut. Ich möchte nicht als Patient zu einem Kollegen gehen (müssen), dem derlei fehlt. Wer sich aber zur Niederlassung bereitfühlt, der wird das auch ohne die KV-Vorschläge und ohne deren innewohnende Regulierrungswut tun.
LNS

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