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Politik

Prominente werben für neue Organspende-Kampagne

Donnerstag, 30. Mai 2013

Schauspieler Klaus J. Behrendt (l-r), Kati Wilhelm, Olympiasiegerin im Biathlon,  Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) und Matthias Steiner, Olympiasieger im Gewichtheben

Berlin – Kurz vor dem „Tag der Organspende“ am 1. Juni haben heute das Bundes­ministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine gemeinsame Organspende-Kampagne vorgestellt. Sie steht unter dem Motto „Das trägt man heute: den Organspendeausweis“.

„Ich hoffe, dass wir mit unserer neuen Kampagne die Menschen, die diesem Thema bisher aus dem Weg gegangen sind, anregen können, zu einer Entscheidung zu kommen“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP). „Besonders freue ich mich über die prominenten Unterstützer der Kampagne, denen ich für Ihr Engagement herzlich danke.“ Zu diesen gehören der „Tatort“-Kommissar Klaus J. Behrendt, die Olympiasiegerin im Biathlon, Kati Wilhelm, der Olympiasieger im Gewichtheben, Matthias Steiner, und die Moderatoren Sonya Kraus und Markus Lanz.

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Organspende sei „ein wichtiges Thema, und man beschäftigt sich wirklich zu wenig damit“, erklärte Wilhelm. Behrendt verwies darauf, dass er seit rund 20 Jahren einen ausgefüllten Organspendeausweis besitze und die Zustimmung zur Spende für ihn eine Frage der Nächstenliebe sei: Er sehe nicht ein, dass für andere wertvolle Organe mit einem Toten „verbrannt oder verbuddelt werden“.

Steiner berichtete, dass er nach dem tödlichen Unfall seiner ersten Frau gefragt worden sei, ob er mit einer Organspende einverstanden sei. Dies sei damals für ihn, mit Mitte 20, eine „Hammerfrage“ gewesen. Gleichwohl ist der Gewichtheber davon überzeugt, dass es richtig ist, so das Leben anderer zu retten. Deshalb wirbt auch er für die neue Kampagne.

„Wir wissen, dass die große Mehrheit der Menschen in Deutschland grundsätzlich eine positive Einstellung zur Organspende hat (70 Prozent), aber die wenigsten doku­mentieren ihre Bereitschaft in einem Organspendeausweis (22 Prozent)“, sagte Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Aus eigenen Studien wisse man ebenfalls, dass die Menschen eher bereit seien, eine persönliche Entscheidung zu treffen, wenn sie über das Thema gut informiert sind. Deshalb stelle die BZgA im Rahmen der neuen Kampagne kostenfrei Informationsmaterial zur Verfügung.

Außerdem wurde ein Blog www.organspende-geschichten.de eingerichtet. Auf dieser Seite finden Nutzer Interviews mit den prominenten Kampagnenunterstützern, Reportagen von Menschen, für die das Thema Organspende zum Arbeitsalltag gehört, aber auch Geschichten von Spendern und Angehörigen. Ein Überblick zu allen Informationsangeboten findet sich auf www.organspende-info.de.

Manipulationen jetzt unmöglich
Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter ging auf Nachfragen hin auch auf die zuletzt rückläufige  Spendebereitschaft und die festgestellten Manipulationen in Transplantationszentren ein. Bahr verwies darauf, dass es sich nach den bisher vorliegenden Berichten bei den Verstößen um „Ausnahmen“ gehandelt habe. Die neuen Vorgaben machten derartige Manipulationen unmöglich.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz unterstrich, eine Image-Kampagne müsse einhergehen mit stärkeren Rechten der Patienten auf der Warteliste. Dazu sei beim Kampagnenstart nichts gesagt worden. Die Betroffenen müssten „endlich einen Anspruch darauf haben, in regelmäßigen Abständen“ über ihren aktuellen Platz auf der Warteliste informiert zu werden.

 Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt erklärte, es reiche nicht, „mit warmen Worten“ um mehr Spender zu werben. Nötig sei vielmehr eine Reform der Transplantations-Strukturen. Dazu gehörten bessere Qualitätskontrollen und wirksame Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen.

Die SPD-Gesundheitspolitikerin Marlies Volkmer erklärte, um Vertrauen zu schaffen, müsse künftig nicht nur der Handel mit Organen, sondern „jedwede Manipulation der Wartelisten“ unter Strafe gestellt werden. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Martina Bunge, forderte „größtmögliche Transparenz“bei der Organspende. © Rie/aerzteblatt.de

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