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Ärzteschaft

Ärztetag erzielt Kompromiss zur ambulanten Weiterbildung

Freitag, 31. Mai 2013

© Gebhardt

Hannover – Nach heftigen Debatten hat sich der Deutsche Ärztetag heute auf einen Kompromiss zur Förderung der ambulanten Weiterbildung geeinigt. Er sieht vor, dass Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung künftig Kompetenzen und Inhalte, die nur in der ambulanten Versorgung vermittelbar sind, auch dort erlernen müssen. Um dies im erforderlichen Umfang zu ermöglichen, sollen die ambulanten Weiterbildungsstellen zusätzlich aus dem Gesundheitsfonds finanziert werden, heißt es in dem Beschluss des Deutschen Ärztetages. Denn die Ärzte in Weiterbildung müssten in den Praxen die gleichen tariflichen Konditionen vorfinden wie ihre Kollegen im Krankenhaus.

Entzündet hatte sich der Konflikt an einem Vorschlag der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung (KBV), eine Pflicht zur Weiterbildung in den Praxen niedergelassener Ärzte einzuführen. Die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund lehnte dies kategorisch ab. Die Förderung der ambulanten Weiterbildung drohte zu scheitern.

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Eine Verhandlungskommission, der Vertreter des Marburger Bundes, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Deutschen Hausärzteverbandes, des Berufsverbands der Internisten, des Hartmannbundes und des NAV-Virchow-Bundes angehörten, handelten am Mittwochnachmittag in zähem Ringen einen Kompromiss aus. Moderiert hatte den Prozess Theodor Windhorst, Vorstand der Bundes­ärzte­kammer.

Ausgewogenes Papier
„Wir haben ein ausgewogenes Papier erarbeitet“, erklärte Stefan Windau (Sachsen) für die Verhandlungskommission. „Wir haben in guter Arbeitsatmosphäre ein vernünftiges Ergebnis erzielt.“ Es sei gelungen, für die wesentlichen Knackpunkte Lösungen zu finden: Der Kompromissantrag enthalte keine ausdrückliche Pflicht zur ambulanten Weiterbildung mehr. Er stelle außerdem klar, dass die Ärztekammern für die Inhalte der Weiterbildung verantwortlich blieben und die Förderung der ambulanten Weiterbildung unter Finanzierungsvorbehalt stehe.

„Die Diskussion über zwei Tage hat sich gelohnt“, erklärte Franz Bartmann, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundes­ärzte­kammer, nachdem der Deutsche Ärztetag dem Kompromiss und dem grundlegenden Antrag des BÄK-Vorstands zur Stärkung der ambulanten Weiterbildung mit großer Mehrheit zugestimmt hatte. „Das ist ein echter Kompromiss, der die Belange aller erfüllt hat“, sagte er. Und an die Delegierten gewandt: „Sie haben den Ärztetag in Hannover ein Stück weit gerettet.“

Die Stärkung der ambulanten Weiterbildung ist notwendig geworden, weil es zunehmend schwierig wird, bestimmte Inhalte und Kompetenzen in den Krankenhäusern zu vermitteln. Denn es werden zunehmend Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich verlagert, wie es in dem Vorstandsbeschluss der Bundes­ärzte­kammer heißt. Zudem ließen sich Krankheitsverläufe und unterschiedliche Schweregrade von Erkrankungen besser in einer sektorübergreifenden Weiterbildung vermitteln. © HK/aerzteblatt.de

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Avatar #109757
Loewenherz
am Sonntag, 2. Juni 2013, 18:01

re: Grand Schmoiu d'Ärztetag

Lieber EEBO,

mir gehts genau so. Auch ich habe mich gegen die ambulante Weiterbildung (FA Allgemeinmed.) entschieden und bleibe im Krankenhaus in der WB allg. Innere Med.
Die Angebote aus dem amublanten Sektor lagen deutlich (teilweise 1000€ netto!) unter meinem Klinikgehalt, und mit "naja, sie können ja unsere KV Dienste übernehmen und das nebenher ausgleichen".... lockte man mich dann doch eher weniger.
Avatar #612077
EEBO
am Samstag, 1. Juni 2013, 19:02

Grand Schmou d'Ärztetag

Ein Beschluß, der bereits auf den ersten Blick weder einen Kompromiß, noch ein tragfähiges Konzept darstellt -
Einerseits der angeblich nicht vorhandene Zwang, aber doch dafür die Betonung, daß es ja doch erforderlich sei, die ambulante Weiterbildung konsequent umzusetzen (wer sich die Mühe macht, die diversen Beschlüsse unseres höchsten Entscheidungsgremiums durchzulesen, wird sich bestätigt sehen, daß hier Freiwilligkeit keine Rolle spielt), andererseits die Forderungen an die Politik, mal eben Geld locker zu machen, um dem ganzen ein Fundament zu verschaffen (wieviel, wird natürlich nicht vorgerechnet). Dann auch noch die geplante Einführung von Weiterbildungsverantwortlichen, Koordinierungsstellen usw. - welch herrlicher Verwaltungswasserkopf. Immerhin: Ich habe beim Lesen dieses Machwerks herzlich gelacht und bin froh, daß meine Weiterbildung noch nach der derzeitigen WBO (die ja wohl für eine gewisse Zeit noch gültig sein sollte) stattfindet.
LNS

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