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Medizin

Junge Diabetiker sollten früh Übergang in die Erwachsenentherapie planen

Freitag, 31. Mai 2013

Köln – Spätestens mit 17 Jahren sollten Jugendliche Diabetiker mit ihrem Jugendarzt planen, wie sie die Therapie im Erwachsenenalter bei einem geeigneten Arzt fortsetzen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin.

Die Vorsorgeuntersuchung J2 für Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren biete sich dafür an, sagt Uwe Büsching, Sprecher des Ausschusses Jugendmedizin vom BVKJ. Aufgrund der vielen Herausforderungen in diesem Alter könnten Heranwachsende ihre Gesundheit aber leicht aus den Augen verlieren und vergessen, dass in der Erwachse­nenmedizin eine optimale und ununterbrochene Therapie viel mehr von ihrer Eigen­initiative abhänge als in der Kindheit. Der Jugendarzt und die Eltern sollten Teenager auf diesem Weg begleiten und die Anpassung erleichtern, so Büsching.

Michael Achenbach, Kinder- und Jugendarzt und Mitglied im Ausschuss des BVKJ sagte gegenüber dem Ärzteblatt, weder im EBM-Abrechnungskatalog noch im DMP Diabetes seien Übergangsstunden mit dem Kinderarzt und dem Erwachsenenarzt vorgesehen. Stattdessen würden die Behandlungsunterlagen an den Arzt, der die Betreuung übernimmt, weitergegeben.

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Somit sei es der Initiative Einzelner überlassen, die erforderlichen Strukturen zu schaffen. Er betonte, der HbA1c-Wert sei in diesem Alter ohnehin oft besonders schlecht. Mit diesem erzwungenen Übergang ohne ausreichende vorgegebene Struktur leiste sich das Gesundheitssystem einen Einschnitt zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.

Auch eine aktuelle amerikanische Untersuchung legt nahe, dass junge Erwachsene mit Diabetes Unterstützung benötigen, wenn sie von der Jugend- in die Erwachsenenmedizin wechseln. Ohne die Unterstützung gelänge weniger jungen Menschen eine gleich­bleibend gute Diabetes-Kontrolle. Laut der Studie haben junge Erwachsene mit Diabetes Typ 1 derzeit beim Übergang in die Erwachsenenmedizin mehr als ein doppelt so hohes Risiko im Vergleich zu ihrer Kindheit, die Blutzuckerkontrolle zu vernachlässigen.

Laut Schätzungen sind in Deutschland 25.000 Kinder und Jugendliche von Diabetes Typ 1 betroffen. © hil/aerzteblatt.de

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