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Medizin

Angiogenesehemmer wirkt lebensverlängernd beim metastasierten Zervixkarzinom

Montag, 3. Juni 2013

Chicago – Für Patientinnen mit fortgeschrittenen oder rezidivierten Zervixkarzinomen gibt es wenig effektive Therapieoptionen. Zu den Standards der systemischen Therapie gehören Cisplatin plus Paclitaxel, auch die Kombination mit Topotecan ist zugelassen. Da die Angiogenese bei der Pathogenese des Zervixkarzinoms große Bedeutung hat, werden antiangiogen wirkende Substanzen auf ihre Effektivität bei dieser Tumorentität geprüft.

Die US-amerikanische Gynecologic Oncology Group hat in einer prospektiven, rando­misierten Studie untersucht, ob die Zugabe von Bevacizumab zu einer Chemotherapie bei Patientinnen mit metastasierten oder rezidivierten Zervixkarzinomen die Ansprech­raten, das progressionsfreie und das Gesamtüberleben beeinflusst. Die Ergebnisse der vom National Cancer Institute finanziell unterstützten Studie hat Krishnansu S. Tewari von der University of California in Orange, Kalifornien, bei der 49. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt (Abstract-Nr. 3).

452 Frauen im durchschnittlichen Alter von 47 Jahren wurden zu gleichen Anteilen in vier Prüfarme randomisiert: Sie erhielten  entweder Paclitaxel plus Cisplatin oder Paclitaxel plus Topotecan oder die beiden Regimen jeweils in Kombination mit Bevacizumab. Die mediane Beobachtungszeit betrug 20,8 Monate, die maximale zum Zeitpunkt der Analyse 36 Monate.

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Die Ansprechraten lagen bei der Kombination von Chemotherapie plus Angiogenese­hemmer bei 48 Prozent, unter Chemotherapie alleine bei 36 Prozent (p= 0,00807). Das Gesamtüberleben betrug median 13,3 Monate unter Chemotherapie und 17,0 Monate unter der Kombination mit dem VEGF-Inhibitor, eine hoch signifikante Risikoreduktion um 29 Prozent (Hazard Ratio 0,71; p = 0,0035).

„Es sind keine neuen unerwünschten Wirkungen aufgetreten“, berichtete Tewari. Die Lebensqualität sei in den Bevacizumabgruppen nicht vermindert gewesen. Die Kombination gelte es, als mögliche künftige Option zu diskutieren.

Ein negatives Ergebnis hatte eine multinationale, prospektive, randomisierte Phase-III-Studie mit Bevacizumab zur First-line-Behandlung von Patienten mit Glioblastom, dem häufigsten primären ZNS-Tumor (Abstract-Nr. 1). Mark R. Gilbert vom MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas, stellte die Daten vor. Es wurden 637 Patienten mit neu diagnostiziertem  Glioblastom aufgenommen. Nach stereotaktischer Bestrahlung und Vorbehandlung mit Temozolomid wurden die Teilnehmer randomisiert in eine Gruppe, die zusätzlich Bevacizumab erhielt, und eine zweite Gruppe, die Placebo bekam.

Das Gesamtüberleben betrug median 16,1 Monate unter Placebo und 15,7 Monate unter Bevacizumab (p=0,21), obwohl sich das progressionsfreie Überleben (PFS) mit median 7,3 Monaten unter Placebo versus 10,7 Monaten unter der Antikörpertherapie signifikant unterschied (p= 0,007). Das PFS war aber nicht als relevanter Endpunkt definiert.

Deshalb und auch wegen erhöhter kognitiver Beeinträchtigungen in der Verumgruppe sei von Bevacizumab als Komponente der Erstlinientherapie abzuraten, resümierte Gilbert. In der Rezidivsituation dagegen sei die Anwendung zu erwägen.

© nsi/aerzteblatt.de

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