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Medizin

Kardiovaskuläre Fitness in mittleren Jahren schützt vor Malignomen im höheren Alter

Montag, 3. Juni 2013

dpa

Chicogo – Männer, die im mittleren Lebensalter kardiovaskulär und in Bezug auf die Atmungsorgane gesund sind, haben ein niedrigeres Risiko, im höheren Lebensalter an Darm- und Lungenkrebs zu erkranken und zu sterben, als untrainierte. Das ist das Ergebnis der bislang größten prospektiven Studie zu dieser Fragestellung. Die Daten haben Susan G. Lakoski von der University of Vermont in Colchester und Kollegen beim 49. Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt.

In der Cooper Center Longitudinal Study werden Männer über viele Jahre beobachtet, die an Vorsorgeuntersuchungen inklusive einer kardiovaskulären und respiratorischen  Diagnostik teilnehmen. An der Studie haben 17.049 Männer teilgenommen, die zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung durchschnittlich 50 Jahre alt waren. Sie wurden unter anderem mit einem Belastungs-EKG und der Prüfung der respiratorischen Kapazität auf ihre körperliche Fitness untersucht.

Die mittlere Beobachtungszeit bis zur Bestimmung der Krebsinzidenz betrug 20,2 Jahre und bis zur Bestimmung der Krebsmortalität 24,4 Jahre. In dieser Zeit waren 2.885 Männer an Lungen-, Prostata- oder kolorektalen Karzinomen erkrankt, 769 starben. In Bezug auf die körperliche Fitness wurden Gruppen von Quintilen gebildet.

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Die Wahrscheinlichkeit, an Lungen- und Darmkrebs zu erkranken, lag in der Quintile mit der höchsten körperlichen Fitness beim Lungenkarzinom um 68 Prozent und bei kolorektalen Karzinomen um 38 Prozent niedriger als in der Quintile mit der geringsten Fitness. Beide Unterschiede waren statistisch signifikant. Für das Prostatakarzinomrisiko wurden kein signifikanten Unterschiede gefunden.

Die Forscher stellten eine „Dosisabhängigkeit“ von regelmäßiger Trainingsintensität mit Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit fest. Dieser Zusammenhang war unabhängig vom Body Mass Index: Untrainierte Männer mit normalem Körpergewicht hatten ein höheres Risiko als trainierte Übergewichtige.

„Diese wichtige Studie belegt, dass kardiorespiratorische Fitness ein unabhängiger und starker Prädiktor für die Entwicklung von Lungen- und Darmkrebs ist, zwei Tumorentitäten, die zu den häufigsten Malignomen gehören“, kommentierte die Knogresspräsidentin Sandra M. Swain aus Washington D.C. „Mit vergleichsweise geringen Lebensstiländerungen lassen sich positive Effekte auf das Krebsrisiko erzielen – diese Tatsache sollten wir unseren Patienten vermitteln.“ © nsi/aerzteblatt.de

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