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Medizin

Neuer Tyrosinkinase­inhibitor erzielt hohe Ansprechraten beim Lungenkarzinom

Dienstag, 4. Juni 2013

Chicago – Die Daten einer Phase-I-Studie, in der Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) einen neuen Tyrosinkinaseinhibitor (LDK378) erhielten, sind bei der 49. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago als „sehr  vielversprechend“ bewertet worden, wie in der Diskussion des Vortrags der für die Studie federführenden Onkologin Alice T. Shaw vom Massachusetts General Hospital Center in Boston deutlich wurde.

Aufgenommen wurden in die Dosisfindungsstudie 114 Patienten (durchschnittliches Alter 53 Jahre) mit einem unter Standardtherapie progredienten NSCLC. Die Tumoren der Teilnehmer waren positiv auf Mutationen oder Gen-Rearrangements der anaplastischen Lymphomkinase ALK getestet worden. Solche Veränderungen finden sich bei etwa fünf Prozent der NSCLC: Es sind meist Nichtraucher und sie erkranken in verhältnismäßig jungen Jahren.

79 Patienten waren mit dem ALK-Inhibitor Crizotinib vorbehandelt und darunter progre­dient worden. Eine Resistenzentwickung gegenüber Crizotinib ist häufig, meist nach ein bis zwei Jahren Therapie, oft verbunden mit dem Wiederauftreten von ZNS-Metastasen.  LDK378 ist ein selektiver ALK-Inhibitor, der von dem Unternehmen Novartis entwickelt wird und in der präklinischen Prüfung eine ausgeprägt hemmende Aktivität auf ALK-positive NSCLC-Zellen gezeigt hatte.

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Die Patienten der Phase-I-Studie erhielten 400 bis 750 mg LDK378 pro Tag in 21-Tage-Zyklen. Die  Ansprechrate der gesamten Gruppe betrug 58 Prozent, darunter war ein komplettes Ansprechen, 65 Patienten sprachen partiell an. Bei der Dosierung von 750 mg/Tag sprachen 60 Prozent der Probanden an, unter den Crizotininb-vorbehandelten waren es 59 Prozent, unter Crizotininb-unvorbehandelten 62 Prozent. Auch ZNS-Mani­fes­tationen bildeten sich unter LDK378 zurück. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 8,6 Monate, 61 Prozent der Patienten sprachen für mindestens sechs Monate an. Die Substanz war gut verträglich.

Wegen der sehr positiv bewerteten  vorläufigen Ergebnisse hat die US-amerikanische Zulasungsbhörde FDA die LDK378 in das sogenannte „breakthrough“-Programm aufge­nommen: Darin werden Substanzen mit hohem erwartbaren Nutzen in enger Abstimmung von FDA und Unternehmen entwickelt. Schon im kommenden Jahr könnte ein Zulassungs­antrag gestellt werden, wenn die weiteren laufenden Studien ein positives Ergebnis bringen.

© nsi/aerzteblatt.de

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