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Medizin

Plastiktüten halten Frühgeborene warm

Dienstag, 4. Juni 2013

Lusaka – Den neonatologischen Intensivstationen der Industriestaaten stehen High-Tech-Inkubatoren zur Verfügung, um die Körpertemperatur von Frühgeborenen zu regulieren. In Entwicklungsländern könnten nach einer Studie in Pediatrics (2013; doi: 10.1542/peds.2012-2030) einfache Plastiktüten diese Aufgabe übernehmen und Frühgeborene vor einer Hypothermie schützen.

Den Tipp hatten die Mediziner der Universitätsklinik in Lusaka von US-Medizinern erhalten, die diese Methode gelegentlich selber praktizieren, beispielsweise, wenn sie die Känguru-Methode anwenden. Dabei werden die Frühgeborenen auf die nackte Haut der Mutter gelegt, um den körperlichen Kontakt zur Mutter zu fördern.

In einer randomisierten Studie untersuchten die Mediziner aus Sambia, ob Plastiktüten auch unter den Bedingungen ihrer Klinik funktionieren. 104 Kinder, die zwischen der 26. und 36. Woche mit einem Gewicht von unter 2.500 Gramm zur Welt gekommen waren, wurden wie üblich in eine Decke gewickelt oder unter eine Wärmelampe gelegt.

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Bei der Hälfte der Frühgeborenen wurde der Körper (außer dem Kopf versteht sich) in eine handelsübliche Plastiktüte gesteckt, bevor sie, wie die anderen, mit Decke oder Wärmelampe geschützt wurden. Eine Stunde später hatten 60 Prozent dieser Kinder die gewünschte Körpertemperatur erreicht gegenüber nur 33 Prozent in der Vergleichsgruppe. Bei keinem Kind war es zu einem Hitzestau mit einem Anstieg der Körpertemperatur auf 38 Grad gekommen.

Bei Kosten von etwa 2 Cent pro Stück sind Plastiktüten eine unschlagbar kosteneffektive Methode, um Frühgeborene nach der Geburt warm zu halten, meinen Albert Manasyan und Elwyn Chomba von der Universitätsklinik in Lusaka, die es aber sicherlich vorziehen würden, wenn ihnen genügend Inkubatoren zur Verfügung stünden. © rme/aerzteblatt.de

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