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Politik

Schlaganfall­patienten profitieren vom Stroke-Einsatz-Mobil

Mittwoch, 5. Juni 2013

Berlin – Patienten mit einem Schlaganfall profitieren von der Versorgung in einem sogenannten Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO). Das berichtet die Charité Universitäts­medizin Berlin. Ärzte um Heinrich Audebert von der Klinik für Neurologie werteten in einer repräsen­tativen Vergleichsstudie die Daten von 7.000 Patienten über einen Zeitraum von 21 Monaten aus.

Dabei wurde das STEMO im wöchentlichen Wechsel mit einem regulären Rettungs­fahrzeug eingesetzt. Im Vergleich zu den Kontrollwochen ergab sich eine Verkürzung der Zeit vom Notruf bis zur Einleitung der Behandlung sowie eine deutliche Erhöhung der Lyse-Häufigkeit.

Wurde das STEMO alarmiert, erhielten im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung im Krankenhaus 50 Prozent mehr Schlaganfallpatienten eine solche Lyse. Die Behand­lungsrate stieg damit von 21 auf 33 Prozent. Die Zeit vom Notruf bis zur Therapie redu­zierte sich dabei um 25 Minuten. Die Behandlung war dabei genauso sicher wie im Krankenhaus.

„Im Wissen, dass beim akuten Schlaganfall pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen absterben, freuen wir uns, dass im Rahmen des neuen Versorgungskonzepts eine relevante Verbesserung der Schlaganfallversorgung in Berlin erreicht werden konnte“, konstatierte Audebert.

Auch Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie der Charité, sieht das Projekt äußerst positiv: „Diese frühzeitige Versorgung bietet die Chance, auch neuartige Therapieformen einzusetzen“, sagte er.

Das STEMO ist ein Rettungsfahrzeug, das speziell für Patienten mit Schlaganfall konzipiert wurde. Ein Konsortium der Charité, der Berliner Feuerwehr und der Firmen Meytec GmbH und Brahms GmbH hat es entwickelt. An Bord sind ein Computer­tomograph, ein Minilabor sowie speziell geschultes Rettungspersonal und ein Neurologe mit Notarztqualifikation.

„Das STEMO steht für die erstklassige Zusammenarbeit zwischen der Charité, der Berliner Feuerwehr und den beiden Brandenburger Technologie-Firmen, die das Rettungsfahrzeug gemeinsam entwickelt haben“, sagt Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité.

Als „Referenzobjekt Berlins, das internationales Interesse auslöst“, bezeichnete Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung des Landes Berlin, das Rettungsfahrzeug. © hil/aerzteblatt.de

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Thelber
am Donnerstag, 6. Juni 2013, 12:02

Und wie sind die Kosten ?

Was mich immer wieder einmal interessiert, das ist die Frage: Wie viele Patienten haben weinen wirklichen Nutzen von wie viel Euro ?

Wir leben zwar nicht in Afrika, wo man noch genauer auf das Geld hin schauen muss, dennoch muss die Frage erlaubt sein, für welchen Nutzen wir unser Geld im Gesundheitswesen ausgeben. Es ist schön, wenn (einige wenige ?) Schlaganfallpatienten von diesem Strokemobil profitieren. Es ist weniger schön, dass es ein soclehes wohl nur in Berlin gibt. Aber in diesem Zusammenhang ist durchaus auch von Interesse, was kostet der Unterhalt in einem Jahr, wie viele Patienten profitieren, weshalb machen wir den Herzkatheter mit seinen Lyse- & Stentmöglichkeiten nicht ebenso mobil wie die Strokeunit ?

Bei aller Freude über derartige Erfolge darf nicht gnaz außer Betracht bleiben: Ist das hierfür aufgewendete Geld möglicherweise in der Pravention sinnvoller angelegt ? Oder in der Behandlung der Hypertonie oder ? oder ? ....

Dass sich dieser Erfolg gut ist (und noch besser anhört), das ist sicherlich unbestritten.

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