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Ausland

Kaum Investitionen für vernachlässigte Erkrankungen

Donnerstag, 6. Juni 2013

Oslo/Boston – Rund 240 Milliarden US-Dollar investierten private und öffentliche Geldgeber 2009 weltweit für Forschung im Gesundheitssektor („health research and development“). Davon profitierten Niedrig- und Mitteleinkommensländer mit rund 26 Milliarden Dollar. Diese Zahlen hat die Arbeitsgruppe um John-Arne Roettingen vom Institute for Health and Society der Universität Oslo im Lancet vorgestellt (doi: 10.1016/S0140-6736(13)61046-6). Die Wissenschaftler folgern, eine der dringendsten Aufgaben für die globale Gesundheit sei, Investitionen in gesundheitsbezogene Forschung und Entwicklung auch auf die Bedürfnisse in ärmeren Ländern auszurichten.

Von den in sogenannten Hocheinkommensländern eingesetzten 214 Milliarden US-Dollar kamen danach 60 Prozent aus dem kommerziellen Sektor, 30 Prozent aus der öffent­lichen Hand und zehn Prozent aus anderen Quellen. Klinische Studien zu Krankheiten mit Relevanz für Hocheinkommensländer sind Roettingen zufolge sieben bis acht Mal häufiger als zu Erkrankungen, unter denen Menschen in Niedrig- und Mittelein­kommensländer leiden.

Sogar nur ein Prozent der weltweiten Investitionen entfiel 2010 auf die sogenannten vernachlässigten Krankheiten. Darunter versteht man eine Gruppe von Tropen­krankheiten, die in ärmeren Ländern häufig zum Tode oder zu Invalidisierung führen, beispielsweise Wurmerkrankungen, Cholera, Trachom oder Gelbfieber. Für die vernachlässigten Krankheiten fänden sich kaum Investoren, die die Entwicklungskosten von Medikamenten finanzieren würden, weil der kommerzielle Markt klein ist, so die Autoren.

Sie fordern, zunächst bessere Daten zu Forschungsprojekten und dem Bedarf von von Niedrig- und Mitteleinkommensländern zu gewinnen. Auch ein sogenanntes Global Health Observatory sei sinnvoll, wie es derzeit bei der Welt­gesund­heits­organi­sation diskutiert werde. Eine solche Institution könne Werkzeuge für ein besseres Gesundheits- und Forschungsmonitoring entwickeln. Durch mehr Transparenz könnte die Forschung dann effektiver werden, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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