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Medizin

Ärzte sollten Abgabe des Führerscheins ansprechen

Donnerstag, 6. Juni 2013

dpa

Aurora – Ärzte diskutieren häufig zu spät mit ihren Patienten über eine freiwillige Führerscheinabgabe im Alter. Das berichtet die Arbeitsgruppe um Marian Betz von der University of Colorado Denver im Journal of General Internal Medicine (http://dx.doi.org/10.1007/s11606-013-2498-x ).

Hör- und Sehkraft lassen mit dem Alter nach und auch das Reaktionsvermögen ab. Dennoch wehren sich laut den Autoren viele ältere Menschen gegen den Gedanken, die Führerschein abzugeben, weil dies bedeute, dass sie noch weniger mobil seien als ohnehin.

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Die Wissenschaftler berichten, dass ältere Autofahrer oft sechs Jahre länger Auto fahren als sie eigentlich sollten. Sowohl Ärzte als auch Patienten sprächen meist erst über das Thema, wenn sogenannte red flags, also wichtige Warnsignale, aufträten. Dies könne ein Autounfall oder ein Gebrechen sein, welches das Fahren unmöglich mache. Ziel der Studie war es, Kommunikationsbarrieren und Lösungen für die Problembesprechung zu erkennen. Die Forscher analysierten Interviews von 33 Autofahrern über 65 Jahre und acht Ärzten beziehungsweise Krankenschwestern.

Die Fahrer sahen in ihren Ärzten wichtige Ansprechpartner für dieses Thema. Diese seien sogar wichtiger als ihre direkten Familienangehörigen. Grundsätzlich waren die Probanden der Ansicht, dass Prävention besser sei Interventionen. Ärzte und Fahrer erklärten, dass Gespräche über das Fahrverhalten in Routineuntersuchungen sehr gut möglich seien. So würden die Autofahrer für das Thema sensibilisiert und könnten Entscheidungen treffen, bevor sie ihre Fahrtauglichkeit völlig verlören.

Weiterhin wünschten sich die Fahrer Hilfe und Anleitungen bei der Lebensumstellung, da die plötzliche Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln ein neues Problem für sie sei.

Letztlich stellen die Forscher fest, dass Ärzte und Patienten eine offene Kommunikation wünschten. Grundsätzlich sei also der Weg offen, dem Problem aktiv zu begegnen, bevor es zu einem Zwischenfall komme. © hil/aerzteblatt.de

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