Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Steinbrück: Bürgerversicherung bringt mehr Gerechtigkeit

Donnerstag, 6. Juni 2013

Peer Steinbrück dpa

Berlin – SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich in einer Rede auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin vorbehaltlos hinter das Konzept der Bürgerversicherung gestellt. „Die Bürgerversicherung ist die gerechte Antwort auf unsere Probleme“, stellte Steinbrück heraus. In vielen Gesprächen habe er im Blick auf die Zukunft des Gesundheitswesens ein  „Gefühl des Unwohlseins“ registriert. „Es gibt eine Erwartung der Menschen, dass die Zwei-Klassen-Gesellschaft beseitigt wird“.

Nach Einführung einer Bürgerversicherung  würden anders als heute alle Patienten gleich schnell einen Arzttermin bekommen. Zudem werde  die Beitragsaufbringung  gerechter. Die Bürgerversicherung sei gegen niemanden gerichtet. „Wir wollen das Honorar der Ärzte nicht vermindern.“ Steinbrück stellte die Zusammenführung der beiden Versicherungssysteme als notwendige Antwort auf die Probleme der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) dar. „Bei der PKV knirscht es im Gebälk“. Der SPP-Politiker stellte die rhetorische Frage, wozu man eine Kran­ken­ver­siche­rung brauche, die im Alter unbezahlbar teuer werde.

Steinbrück distanzierte sich von der Reformskizze zur Zukunft der Kran­ken­ver­siche­rung, die der Deutsche Ärztetag  in der vergangenen Woche beschlossen hatte. Diese sieht eine Beibehaltung des dualen Versicherungssystems und einen einkommens­unab­hängigen Beitrag in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung vor. „Ich hatte gedacht, die Kopfpauschale sei ein für alle Mal vom Tisch.“

Jetzt  sei er  erstaunt, dass Ärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery „sie aus der Kiste holt“. Die Kopfpauschale bringt nach Steinbrücks Darstellung eine Begünstigung der Gutverdienenden. Einen Sozialausgleich für Einkommensschwache über Steuern zu finanzieren, hält er angesichts eines erforderlichen Volumens von 22 bis 40 Milliarden Euro für unmöglich.

Steinbrück wurde bei seinem Auftritt begleitet von Karl Lauterbach, dem gesund­heitspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, den er am Vortag als Mitglied seines „Kompetenzteams“ für das Gebiet Gesundheit vorgestellt hatte. © Stü/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Senbuddy
am Dienstag, 11. Juni 2013, 08:12

Dr. Schätzler bringt es ...

...in seinem Springer - Blog auf den Punkt:

Lauterbach sei ein "Sozialmediziner, der noch nie ein Kassen-Rezept in der Hand gehabt" hätte. Das ist wohl richtig, denn man merkt Lauterbach seine Praxisferne schon deutlich an. Peer Steinbrück musste ihn wohl auswählen, vermutlich als Huldigung an die linken Teile der SPD.

Viele Grüße
S.
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 9. Juni 2013, 21:48

Hart, aber Peer!

Zu meiner Einschätzung zum Thema: "Hart, aber Peer? - Der SPD-Kanzlerkandidat, die Bürgerversicherung und die Ärzte"
bzw. zur Berufung von Prof. Dr. med. Karl Lauterbach als Mitglied seines SPD-'Kompetenzteams' für das Gebiet Gesundheit (und Krankheit?) verweise ich nur auf meinen Blog "Schätzlers Schafott" bei SpringerMedizinOnline

http://www.springermedizin.de/hart-aber-peer/4467742.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Nachrichten zum Thema

17.01.18
Montgomery warnt vor Alleingang Hamburgs bei Beamtenversicherung
Hamburg – Die Landesregierung in Hamburg will heute die Bürgerversicherung in abgespeckter Form für Hamburger Beamte diskutieren. Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer und der Ärztekammer Hamburg warnte......
11.01.18
Hausärzte wollen sich Bürgerversicherung nicht verweigern
Berlin – Der Deutsche Hausärzteverband hat sich von möglichen Praxisschließungen im Protest gegen die von der SPD geforderte Einführung einer Bürgerversicherung distanziert. „Wir werden keine......
08.01.18
NAV-Virchowbund stimmt Mitglieder auf politische Auseinandersetzungen ein
Berlin – Der NAV-Virchowbund sieht harte politische Auseinandersetzungen auf die Ärzteschaft zukommen. Dies könne auch die zeitweise Schließung von Praxen bedeuten, erklärte der NAV-Vorsitzende Dirk......
08.01.18
Private Krankenversicherer warnen vor Bürgerversicherung
Frankfurt am Main – Die privaten Krankenversicherer haben zu den Sondierungsgesprächen von Union und SPD vor der Einführung der von der SPD gewünschten Bürgerversicherung gewarnt. Ein solches......
03.01.18
Krankenkassen gegen Bürgerversicherung zulasten gesetzlich Versicherter
Berlin – Die Bürgerversicherung bleibt im Gesundheitswesen ein Thema vor den anstehenden Gesprächen von Union und SPD über eine neue Regierungskoalition. Der GKV-Spitzenverband warnte heute davor, die......
28.12.17
Kein Ende beim Streit um Bürgerversicherung in Sicht
Berlin – Vor den Sondierungsgesprächen von Union und SPD über eine Regierungsbildung schwelt der Streit um die Einführung einer Bürgerversicherung weiter. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.......
20.12.17
Hamburger Bürgerversicherung „light“ löst kontroverse Reaktionen aus
Hamburg – Die Pläne des rot-grünen Hamburger Senats zur Öffnung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) für Beamte hat in der Hansestadt kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Die CDU-Opposition in......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige