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Was Patienten wichtig ist

Montag, 10. Juni 2013

dpa

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) möchte Patienten bei Kosten-Nutzen-Bewertungen stärker. Dazu hat das Institut eine Methode namens Analytic Hierarchy Process (AHP) erprobt. Die Kölner Wissenschaftler wollten herausfinden, ob die Methode zeigen kann, welche Therapieziele Patienten wichtig sind.

Bei Kosten-Nutzen-Bewertungen arbeitet das IQWiG mit einer speziellen Methode, dem sogenannten Effizienzgrenzen-Konzept. Diese Grenzen lassen sich für ein einzelnes Zielkriterium wie Mortalität, Morbidität oder Lebensqualität bestimmen. Allerdings gibt es oft die Notwendigkeit, die Effizienzgrenzen für verschiedene patientenrelevante Endpunkte zu einer Gesamtbewertung zusammenzufassen. Dabei müssen die Wissenschaftler die Einzelergebnisse gewichten. „Dafür kann man beispielsweise die Präferenzen von Patienten heranziehen“, hieß es aus Köln.

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Das IQWiG hat deshalb in zwei Pilotprojekten die beiden international am weitesten verbreiteten Methoden erprobt, mit denen sich Patientenpräferenzen ermitteln lassen: den AHP und die sogenannte Conjoint Analysis (CA). Für den AHP liegt der Bericht nun vor.

Für die Pilotstudie wählten die Wissenschaftler die medikamentöse Behandlung der Depression zum Gegenstand und führten strukturierte Interviews mit Patienten und Ärzten. Die Teilnehmer sollten dabei entscheiden, welches von jeweils zwei Kriterien ihnen wichtiger erscheint – ob es für sie beispielsweise wichtiger ist, dass ein Medikament Ängste oder Schmerzen verringert. Die Befragten konnten mit Hilfe einer von -9 bis +9 reichenden Skala festlegen, wie viel wichtiger ihnen ein Kriterium ist. Aus den Einzelergebnissen aller paarweisen Vergleiche errechnete das IQWiG dann für jedes Zielkriterium das Gewicht.

Depression: Unterschiedliche Präfenrenzen von Patienten und Ärzten
Dabei zeigte sich, dass an Depression erkrankte Patienten zum Teil deutlich andere Präferenzen haben als behandelnde Ärzte. Zwar identifizierten beide Gruppen von elf Zielkriterien dieselben sechs als die bedeutsamsten. Allerdings verteilten sie die Gewichte zwischen diesen sechs sehr unterschiedlich. So gewichteten Patienten das Ansprechen auf die Therapie am höchsten, wohingegen den Ärzten die Remission, also das Verschwinden depressionsbedingter Symptome, am wichtigsten war. Die Remission stand bei den Patienten erst an sechster Stelle.

Nach diesem Pilotprojekt mit einer kleinen Zahl von Teilnehmern beurteilt das IQWiG den AHP als grundsätzlich geeignete und handhabbare Methode. „Patienten kommen damit zurecht und das Verfahren liefert brauchbare Ergebnisse. Man könnte AHP also einsetzen, wenn es darum geht, Endpunkte zu gewichten“, sagte Andreas Gerber-Grote, Leiter des Ressorts Gesundheitsökonomie im IQWiG. Das gelte für Nutzenbewertungen ebenso wie für Kosten-Nutzen-Bewertungen. © hil/aerzteblatt.de

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