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Medizinische Fachangestellte: 23 Prozent unter Tarif bezahlt

Dienstag, 11. Juni 2013

Berlin – Fast ein Viertel der Medizinischen Fachangestellten (MFAs) wird unter Tarif bezahlt. Das berichtet der Verband medizinischer Fachberufe nach einer Online-Umfrage, an der sich 569 MFAs beteiligt haben. „Sowohl die Teilnehmerzahl als auch die Tendenzen, die sich im Verlauf der Abfragen bestätigt haben, zeigen, dass diese Angaben die Realität widerspiegeln“, meint Margret Urban, stellvertretende Präsidentin im Verband medizinischer Fachberufe.

Sie kritisierte, die Tarifgehälter seien im Vergleich zu anderen Berufen des dualen Systems und zu anderen Gesundheitsfachberufen ohnehin niedrig. „Sie stellen nur die Mindestbedingungen dar. Das haben uns die Arbeitgebervertreter in den Tarifver­handlungen immer wieder bekundet“, so die Vizepräsidentin.

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Insgesamt seien sogar bei rund 43 Prozent der Arbeitsverhältnisse diese Mindest­bedingungen nicht erfüllt, weil viele MFAs in zu niedrige Tarifstufen eingeordnet seien. „Diese Medizinischen Fachangestellten erhalten schon jetzt für ihre Arbeit zu wenig Lohn und sausen dann direkt weiter in die Altersarmut“, so Urban.

Ende Februar haben die Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag für MFAs begonnen. Am Verhandlungstisch sitzen sich der Verband der Medizinischen Fachberufe und die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten gegenüber.

© hil/aerzteblatt.de

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Patric Gremmel-Rohwer
am Donnerstag, 13. Juni 2013, 12:16

Kaum zu glauben!

Es scheint schwer nachvollziehbar zu sein, dass auf der Basis von 596 teilnehmenden MFA wirklich valide Daten entstehen können. Wie viele Mitglieder hat denn der Verband?
Zudem müsste in die „Hochrechnung“ zwingend die Art der jeweiligen Praxis mit einfließen. Es dürfte wohl unbestritten einen Unterschied ausmachen, ob die MFA in einer großen BAG oder bei einem „kleinen“ kurz vor der Praxisabgabe stehenden Hausarzt beschäftigt ist. Und das der einzelne Arzt jährlich mit Gehaltserhöhungen (Honoraranpassungen durch die GKV) rechnen darf, ist wohl auch utopisch, oder?!
Darüber hinaus werden zusätzliche Leistungen des Praxischefs etwa für die Gesundheitsförderung oder freiwillige Prämien und Fahrkostenzuschüsse von den MFA oft nicht als Gehalt, sondern als selbstverständlich wahrgenommen.
Und eine Weiterbildung etwa zur Praxismanagerin ist nun mal keine Garantie dafür, dass man in „seiner“ Praxis auch als solche eingesetzt wird oder werden kann! Auch Akademiker verdingen sich von Zeit zu Zeit als Taxifahrer und können dem Fahrgast anschließend keine Rechnung z.B. nach RVG stellen.
Weiterbildung ist ohne Frage wichtig, sollte aber im Vorfeld mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden, damit es anschließend keine Enttäuschung gibt.
Ich bitte diesen Kommentar nicht falsch zu verstehen, eine gute Praxis braucht gute MFA sonst läuft sie nicht, auch nicht mit dem besten Arzt/Ärztin. Aber derartige Statistiken zeichnen m.E. ein falsches Bild!

Mit freundlichen Grüßen
Patric Gremmel-Rohwer
Rohwer Steuerberatung
LNS

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