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Datenbank soll Arzneimitteltherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verbessern

Dienstag, 11. Juni 2013

Würzburg – Eine Initiative zur besseren Arzneimitteltherapie von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen koordiniert die Universitätsklinik Würzburg. Hintergrund ist, dass die meisten Psychopharmaka, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verwendet werden, offiziell nur für Erwachsene zugelassen sind. Bei Kindern und Jugendlichen können Arzneimittel aber anders wirken als bei Erwachsenen.

Oberärztin Karin Egberts aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitäts­klinikums Würzburg nennt dafür ein Beispiel: „Bei Kindern arbeitet die Leber oft schneller als bei Erwachsenen. Als Folge davon werden manche Medikamente rascher abgebaut – ihre Dosierung muss dann höher sein als bei Erwachsenen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen“, so Egberts.

Die Würzburger wollen jetzt eine schon seit 2008 existierende Datenbank nutzen und ausbauen, welche das bundesweite Kompetenznetz „Therapeutisches Drug-Monitoring in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ aufgebaut hat. Sie zeigt, welche Medikamente in welcher Dosis gegen welche Krankheit verordnet werden und wie es um Wirkung und Nebenwirkungen bestellt ist.

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Künftig sollen vermehrt Daten aus dem sogenannten Therapeutischen Drug-Monitoring in der Datenbank erfasst werden. Dabei messen die Ärzte regelmäßig die Konzentration der Medikamente im Blut der Patienten und gleichen sie mit der Wirkung der Therapie ab.

Die Blutproben fast aller Patienten werden in Würzburg analysiert, im Labor von Jürgen Deckert, dem Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik. Zudem will die Arbeitsgruppe um Egberts die Datenbank um Eigenbewertungen der Patienten ergänzen, um festzustellen, bei welcher Dosierung die Patienten auch subjektiv profitieren.

Federführend bei der Auswertung sind die Kinder- und Jugendpsychiatrien der Universitätskliniken Ulm und Würzburg. Außerdem wirken 15 weitere Zentren des Kompetenznetzes und niedergelassene Fachärzte mit. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fördert das Projekt. © hi/aerzteblatt.de

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