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Medizin

Autofahrer ignorieren Risiken durch Arzneimittel im Straßenverkehr

Mittwoch, 12. Juni 2013

© ABDA

Berlin – Drei von vier Autofahrern ignorieren die Risiken, die die Nebenwirkungen von Arzneimitteln auf ihre Fahrtüchtigkeit haben könnten. Und das, obwohl fast alle Befragten (99 Prozent) wissen, dass Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage mit rund 3.000 Befragten ergeben, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

„Allein das theoretische Wissen um die möglichen Risiken führt offenbar nicht dazu, dass Autofahrer ihr Verhalten ändern“, folgerte Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), die die Studie in Auftrag gegeben hat. Schmidt sieht deshalb Apotheker und Ärzte in der Pflicht, ihre Patienten intensiver und in einem persönlichen Gespräch über die Risiken der eingenommenen Arzneimittel aufzuklären.

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Vor allem die Risiken durch rezeptfreie Medikamente werden der Umfrage zufolge unterschätzt. Während bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln noch 96 Prozent der Befragten mit einer Beeinträchtigung im Straßenverkehr rechnen, ist bei Arzneimitteln gegen Allergien nur jeder Zweite (52 Prozent) dieser Ansicht.

Arzneimittel sind aber durchaus ein Grund für Verkehrsunfälle. Eine französische Studie aus dem Jahr 2010 kam zu dem Ergebnis, dass der Anteil der durch Medikamente ausgelösten Unfälle bei mehr als drei Prozent liegt. Besonders viele dieser Unfälle sind der Studie zufolge auf Benzodiazepine, aber auch auf Antidiabetika, zentral wirkende Antihypertonika oder Muskelrelaxanzien sowie Opioide, Parkinson-Medikamente, Antiepileptika, Anxiolytika, Benzodiazepin-Derivate, Antidepressiva, Medikamente zum Alkohol- oder Opioid-Entzug und auf Antihistaminika zurückzuführen.

Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkungen und Nebenwirkungen vieler Medikamente verstärken. Trotzdem gaben fast ein Drittel der von Forsa Befragten an, Arzneimittel schon einmal mit Alkohol kombiniert zu haben. Auch hier neigt ein Teil (35 Prozent) dazu, die Risiken wider besseres Wissen zu ignorieren.

Um auf die Risiken von Arzneimitteln im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, stellt ABDA den jährlichen „Tag der Apotheke“ am 13. Juni in diesem Jahr unter das Motto „Erst fragen, dann fahren!“. Beginnend mit dem Aktionstag werden nach Angaben des ABDA-Präsidenten die an der Kampagne teilnehmenden Apotheken ihre Patienten verstärkt über die Auswirkungen von Medikamenten auf die Fahrsicherheit informieren. Rund 8.000 Apotheken (38 Prozent aller Apotheken) wollen sich an der Aktion beteiligen. © wul/aerzteblatt.de

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