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Kinder- und Jugendärzte widersprechen Arzneimittelreport

Mittwoch, 12. Juni 2013

Köln – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) hat auf den aktuell veröffent­lichten Arzneimittelreport der Barmer GEK reagiert, in dem die Kasse „zu viele Psychopillen für Kinder“ kritisiert. Es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass Kinder- und Jugendärzte vermehrt Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen verordnen, erwiderte bvkj-Präsident Wolfram Hartmann.

„Im Gegenteil: wenn man die Zahlen des Arzneimittelreports der Barmer GEK differenziert und im Zusammenhang mit den Daten zur ärztlichen Versorgung von Kindern und Jugend­lichen betrachtet, sind die Verordnungen sogar rückläufig“, sagte Hartmann. Das treffe besonders bei Kleinkindern bis zu vier Jahren zu. Die ohnehin nur geringe Zahl von Verschreibungen sei seit Jahren rückläufig. Wenn die Medikamente in dieser Alters­gruppe verordnet würden, dann laut bvkj im Wesentlichen als Mittel zur Unterbrechung von Krampfanfällen oder Fieberkrämpfen.

Für die steigenden Verordnungszahlen bei älteren Kindern und Jugendlichen sind dem Verband zufolge überwiegend andere Arztgruppen verantwortlich. Kinder- und Jugendärzte würden in dieser Altersgruppe entsprechend den bestehenden Leitlinien allenfalls sogenannte Psychostimulanzien zur unterstützenden Behandlung bei ADHS verordnen. Auch hier habe es bei Kindern und Jugendlichen im letzten Jahr keine auffälligen Steigerungen gegeben, so der bvkj.

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Der Barmer GEK zufolge sind die Verschreibungen von Antipsychotika von 2005 bis 2012 um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (plus 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild ergibt der Arzneimittelreport bei einzelnen Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den Zehn- bis 14-Jährigen.

„Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten“, so Gerd Glaeske, Bremer Versorgungsforscher und Autor des Arzneimittelreports. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. © hil/aerzteblatt.de

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