NewsMedizinOnkologische Medikamente mit hohem erwartbaren Nutzen müssen effektiver geprüft werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Onkologische Medikamente mit hohem erwartbaren Nutzen müssen effektiver geprüft werden

Donnerstag, 13. Juni 2013

Chicago – Für die Prüfung und Zulassung von Medikamenten gegen Krebserkrankungen sind neue Strategien erforderlich: Substanzen, von denen Daten aus klinischen Studien einen erheblichen Nutzen für Patienten erwarten lassen, sollten in speziellen Koopera­tions­programmen zwischen Zulassungsbehörden und Unternehmen weiterentwickelt werden. Auch sollten rascher und häufiger Kombinationstherapien in die klinische Prüfung gelangen, um schneller auf das Unwirksamwerden von Substanzen durch Resistenzentwicklungen reagieren zu können.

Das war Tenor bei der 49. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago. „Die Ära der Anwendung zielgerichteter Therapien hat Anfang des Jahrtausends mit dem Tyrosinkinaseinhibitor (TKi) Imatinib für die Behandlung gastrointestinaler Stromatumoren und der chronischen myeloischen Leukämie (CML) begonnen“, sagte der mit dem Science auf Oncology Award ausgezeichnete Charles L. Sawyers vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York.

„Bei praktisch allen seither zugelassenen zielgerichteten Medikamenten sind Resistenz­entwicklungen aufgetreten, auf die wir rascher als bisher reagieren müssen“, sagte Sawyers. Er gilt als einer der Pioniere von Behandlungen, die nach Biomarkern stratifiziert erfolgen, indem er die Veränderungen von Signalwegen durch das für die CML ursächliche Genprodukt Bcr-Abl erforschte. Die Tki Bcr-Abl wird durch Imatinib gehemmt.

Anzeige

„Es gibt zahlreiche substanzspezifische Mutationen, die sich in Tierversuchen antizipieren lassen“, sagte Sawyers. „Solche Forschungen in Kombination mit der Entwicklung von Gegenstrategien durch drug design sollten früh in der Medikamentenentwicklung beginnen. Für die Krebstherapie sollten wir aus der Behandung chronischer Infektionen lernen, dass häufig Substanzkombinationen erforderlich sind, um die Entwicklung resistenter Klone zu verhindern und ein schnelles Ansprechen zu erreichen.“ Das durch Zulassungsverfahren und Finanzierung bisher geförderte Procedere sei aber, einzelne Substanzen gegen den Therapiestandard zu testen.

Der bei der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA für Hämtologie und Onkologie verantwortliche Richard Pazdur hat über ein seit Juli 2012 laufendes Programm zur Prüfung von Substanzen, von denen ein medizinischer Durchbruch erwartet wird. Gemeinsam mit der FDA und den Firmen werden Konzepte zur Prüfung der entschei­denden Fragestellungen inklusive dr in-vitro-Diagnostik entwickelt.

Aufgenommen werden Substanzen, die entweder eine erste Therapieoption überhaupt sein könnten oder die deutlich bessere Effekte als bisherige Medikamente erwarten lassen. Von zwanzig Substanzen, denen der Sonderstatus seither zugesprochen wurde, sind acht für die Onkologie. © nsi/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Juli 2020
Bonn – Die Deutsche Krebshilfe sieht Krebspatienten in erheblichem Maß von der Coronakrise betroffen. Die Berichte über Verschiebungen von Krebsbehandlungen und anderen Versorgungsmaßnahmen zu Beginn
Krebshilfe: Sorge aufgrund verschobener Behandlungen
25. Juni 2020
Berlin – Krebspatienten sollen vor einer systemischen Therapie mit fluoropyrimidinhaltigen Zytostatika genetisch auf einen Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Mangel getestet werden, da dieser die
Empfehlungen zum Gentest vor Krebstherapie mit 5-Fluorouracil
24. Juni 2020
Heidelberg – Neue CAR-T-Zell-Therapien gegen bestimmte Krebserkrankungen des Bluts und des Lymphsystems sind teuer: Die Hersteller verlangen bis zu 320.000 Euro für die Produktion der Immunzellen für
CAR-T-Zell-Therapie für ein Zehntel des Preises realisierbar
23. Juni 2020
London – Der ATR-Inhibitor Berzosertib, der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse, hat in einer Phase-1-Studie bereits als Monotherapie eine überraschend gute Wirkung bei fortgeschrittenen
ATR-Inhibitor Berzosertib stoppt Krebswachstum in erster klinischer Studie
23. Juni 2020
Paris – Die Ergänzung der Chemotherapie um den CD20-Antikörper Rituximab hat in einer internationalen Studie das ereignisfreie Überleben von pädiatrischen Patienten mit Burkitt-Lymphom deutlich
Rituximab verbessert Heilungschancen bei Burkitt-Lymphom im Kindes- und Jugendalter
17. Juni 2020
Myrtle Beach/South Carolina – Der orale GnRH-Antagonist Elagolix hat in einer Phase- 3-Studie die Testosteronwerte von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom rascher gesenkt und häufiger
GnRH-Antagonist Relugolix bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom wirksamer
16. Juni 2020
Berlin – Fluorouracil (FU)-haltige Arzneimittel gehören zu den am häufigsten eingesetzten Zytostatika in der systemischen Tumortherapie. Sie kommen zum Beispiel bei Darm-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER