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Medizin

Depression: Hirnscan könnte Therapieerfolg vorhersagen

Donnerstag, 13. Juni 2013

Atlanta – Auf der Suche nach einem Prädiktor für einen Therapieerfolg sind US-Psychi­ater auf die anteriore Insula der Großhirnrinde gestoßen. Der Nachweis einer vermehrten Glukoseverwertung mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigte in einer Studie in JAMA Psychiatry (2013; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2013.143) eine gute Wirkung einer medikamentösen Therapie an, während bei einem Hypome­tabolismus eher eine Psychotherapie erfolgreich war.

Weniger als 40 Prozent aller Patienten mit Major-Depression erzielen unter der initialen Therapie eine gute Wirkung. Für die Psychiater gibt es bisher keine Möglichkeit, beim einzelnen Patienten vorherzusagen, ob Medikamente oder eine Psychotherapie die bessere Option wären. In früheren Studien lieferten weder EEG noch Labormarker Hinweise auf die zu erwartende Wirkung.

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Helen Mayberg von der Emory University in Atlanta und Mitarbeiter scheinen jetzt mehr Glück gehabt zu haben. Die Forscherin ließ bei 82 Patienten mittels PET die Glukose­verwertung im Gehirn untersuchen, bevor diese auf eine medikamentöse Therapie mit dem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Escitalopram oder auf eine kognitive Verhaltens­therapie randomisiert wurden. Mayberg entdeckte insgesamt sechs limbische und kortikale Regionen, die als Prädiktor infrage kommen könnten.

Die beste Vorhersage ermöglichte die anteriore Insula. Eine hohe Stoffwechselaktivität, im PET erkennbar an einer erhöhten Aufnahme von radioaktiv markierter Glukose, lässt eine gute Wirkung von SSRI vermuten, während die Patienten bei einer verminderten Aktivität eher von einer Psychotherapie profitieren könnten. Zu bedenken ist allerdings, dass dies die Ergebnisse einer explorativen Analyse sind, die Zufallsbefunde nicht ausschließen. Die Resultate müssen deshalb in einer weiteren prospektiven Studie bestätigt werden.

Über welchen Mechanismus die anteriore Insula die Wirksamkeit einer Therapie bei der Major-Depression anzeigen könnte, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Insula eng mit dem limbischen System verknüpft ist. Der anteriore Anteil soll für die Bewertung „viszeraler“ Signale zuständig sein. Andere Forscher haben eine Volumenreduktion in der Insula mit der Entstehung der Major-Depression in Verbindung gebracht oder Veränderungen im Verlauf der Therapie beobachtet. © rme/aerzteblatt.de

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