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Medizin

HIV: Tenofovir schützt Drogenabhängige vor Infektion

Donnerstag, 13. Juni 2013

Bangkok – Die tägliche Einnahme des Virostatikums Tenofovir hat in einer rando­misierten Studie in Thailand die Zahl der HIV-Infektionen bei i.v.-Drogenabhängigen halbiert. Laut dem Bericht im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61127-7) ist je nach Adhärenz noch eine bessere protektive Wirkung möglich.

Neben Sexualkontakten ist der intravenöse Drogenkonsum über kontaminierte und mehrfach benutzte Nadeln eine häufige Quelle von HIV-Infektionen. In einigen Regionen in Osteuropa oder Asien sind sie sogar die wichtigsten Triebfedern der Epidemie. Die Bangkok Tenofovir Study hat jetzt erstmals untersucht, ob eine Präexpositionsprophylaxe in dieser Hoch-Risiko-Gruppe möglich und effektiv ist.

Kachit Choopanya von der Bangkok Metropolitan Administration und Mitarbeiter konnten 2.413 i.v.-Drogenabhängige auf eine tägliche Einnahme des nukleotidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitors Tenofovir (300 mg) oder Placebo randomisieren. Die Patienten nahmen die Tabletten teilweise unter direkter Beobachtung ein und ließen sich regel­mäßig testen. Dafür erhielten sie jeweils eine finanzielle Kompensation, was dazu beigetragen haben dürfte, dass die Studie erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

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Nach im Mittel 4 Jahren hatten sich 50 Teilnehmer neu mit HIV infiziert. Darunter waren 17 Personen im Tenofovir-Arm (HIV-Inzidenz 0,35 pro 100 Personenjahre) und 33 Personen im Placebo-Arm (0,68 pro 100 Personenjahren). Dies ergibt eine Schutz­wirkung von 49 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 9,6-72,2).

Wie schon in den früheren Studien zur Präexpositionsprophylaxe einer sexuellen Übertragung hing die Schutzwirkung sehr stark davon ab, ob die Patienten ihre Tabletten zuverlässig eingenommen hatten. Der strengste Maßstab hierfür ist der Nachweis von Tenofovir im Blut der Teilnehmer. In dieser Gruppe wurde laut Choopanya sogar eine Schutzwirkung von 74 Prozent erzielt. © rme/aerzteblatt.de

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