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Medizin

Psoriasis: Ustekinumab auch bei Arthritis wirksam

Freitag, 14. Juni 2013

Glasgow – Der monoklonale Antikörper Ustekinumab, der seit 2009 zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zugelassen ist, kann auch die Gelenk­beschwerden lindern, unter denen etwa ein Fünftel aller Patienten mit Schuppenflechten leiden. Eine jetzt im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)60594-2) publizierte Phase-III-Studie weist aber auch auf mögliche kardiovaskuläre Risiken des Wirkstoffs hin.

An der PSUMMIT-Studie hatten an 104 Zentren in 14 Ländern (mit deutscher Beteili­gung) 615 Patienten mit aktiver psoriatischer Arthritis teilgenommen, bei denen trotz einer Basistherapie mit DMARD (disease-modifying anti-rheumatic drugs) und/oder NSAID (non steroidal anti inflammatory drugs) fünf oder mehr Gelenke erkrankt waren.

Die Patienten wurden auf eine Therapie mit Ustekinumab in der Dosis von 45 mg oder 90 mg oder auf Placebo randomisiert. Die subkutanen Injektionen wurden erstmals nach 4 Wochen und dann alle 12 Wochen wiederholt. In der Woche 16 konnten Patienten, bei denen eine Besserung ausgeblieben war, von Placebo auf Ustekinumab und von der niedrigen auf die hohe Ustekinumab-Dosis wechseln. Die Höchstdosis war aber weiter auf 90 mg beschränkt.

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Unter beiden Dosierungen kam es bis Woche 24 etwa doppelt so häufig zu einer ACR-20-Response (20-prozentige Besserung nach den Kriterien der American College of Rheumatology): Dieser primäre Endpunkt wurde unter Ustekinumab von 49,5 Prozent beziehungsweise 42,4 Prozent der Patienten erreicht gegenüber nur 22,8 Prozent im Placebo-Arm.

Signifikante Verbesserungen gab es auch in den Endpunkten ACR50 (24,9 und 27,9 Prozent versus 8,7 Prozent unter Placebo) und ACR70 (12,2 und 14,2 Prozent versus 2,4 Prozent unter Placebo) sowie bei den Entzündungsparametern und in der Lebensqualität.

Auch die Verträglichkeit von Ustekinumab war im Allgemeinen gut. Es kam jedoch zu drei kardiovaskulären Ereignissen: Nach 8 beziehungsweise 22 Wochen erkrankte jeweils ein Patient an einem Herzinfarkt und nach 22 Wochen kam es bei einem dritten Patienten zu einem Schlaganfall. Ähnliche Ereignisse sind auch in anderen Studien mit Ustekinumab und dem vergleichbaren Wirkstoff Briakinumab (beide hemmen die Wirkung der Interleukine 12 und 23) aufgefallen.

Der Zusammenhang gilt bisher nicht als erwiesen. Die Fachinformationen weisen nicht darauf hin. Eine endgültige Bewertung ist nach Ansicht des Kommentators Richard Warren von der Universität Manchester jedoch noch nicht möglich. Der Dermatologe hält Ustekinumab für eine mögliche Therapieoption bei der Psoriasis-Arthropathie, würde sein endgültiges Urteil jedoch von Vergleichsdaten mit TNF-Antagonisten abhängig machen, die derzeit (nach dem Versagen von DMARD und NSAID) der Therapiestandard sind.

© rme/aerzteblatt.de

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