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Türkische Polizei attackiert Ärzte und Medizinstudenten

Dienstag, 18. Juni 2013

Proteste am Taksim-Platz in Istanbul dpa

Istanbul/Berlin – Bei den Unruhen in der türkischen Hauptstadt greifen die Polizeikräfte offenbar auch Ärzte und Medizinstudierende an, die vor Ort medizinische Hilfe leisten wollen. Das berichtet die Zeitschrift The Lancet (doi:10.1016/S0140-6736(13)61223-4). Danach haben die sogenannten Sicherheitskräfte offenbar zunächst verhindert, dass Ärzte in die Protestregion gelangten.

„Als uns klar wurde, dass die Polizei keine Kranken­wagen hindurchlässt, sind wir dazu übergegangen, behelfsmäßige Erste-Hilfe-Stationen einzurichten“, berichtet ein Arzt in der Zeitschrift. Dort mussten sie laut seiner Darstellung unter anderem Verletzte betreuen, die von Gaskapseln getroffen wurden, die Polizei­kräfte aus unmittelbarer Nähe abgefeuert hatten.

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Die Situation eskalierte nach seiner Darstellung, als die Polizei die Erste-Hilfe-Stationen unmittelbar attackierte. Ein Medizinstudierender liege auf einer Intensivstation, nachdem Polizeikräfte ihn vor den Augen der anderen Ärzte zusammengeschlagen hätten. „He had told the police that he was a doctor and trying to help, but they continued to beat him in front of my eyes“, heißt es im Lancet.

Die Polizei habe Reizgas in die Erste-Hilfe-Stationen geworfen und medizinisches Personal verhaftet. „Our lives are constantly in danger as human rights are abused on a daily basis“, schreibt der Autor, dessen Namen die Lancet-Redaktion aus Sicherheits­gründen nicht veröffentlicht.

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, kritisierte die Übergriffe von Sicherheitskräften auf Ärzte scharf. „Der hippokratische Eid verpflichtet jeden Kollegen, Verletzten und Verwundeten im Notfall zu helfen“, sagte er. Das gelte völlig unabhängig von deren politischer, religiöser oder kultureller Zugehörigkeit. Die Errichtung improvisierter Ambulanzen und provisorischer Rettungsstellen als Begründung für Festnahmen und mögliche Verurteilungen heranzuziehen sei „absurd und völlig inakzeptabel“. © hil/aerzteblatt.de

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