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Medizin

Antikörpertest zeigt Risiko auf HPV-Krebs im Oropharynx an

Dienstag, 18. Juni 2013

Lyon – Den HPV-assoziierten Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich, deren Inzidenz infolge veränderter Sexualgewohnheiten in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist, geht häufig eine langjährige Infektion mit den onkogenen HPV-Viren voraus. Die zeigt die Auswertung der EPIC-Studie im Journal of Clinical Oncology (2013; doi: 10.1200/JCO.2012.47.2738).

Die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) hat in zehn europäischen Ländern mehr als 500.000 Menschen begleitet. Darunter waren auch 135 Teilnehmer, die zu Beginn der Studie noch gesund waren und im weiteren Verlauf an dem relativ seltenen Oropharynx-Karzinom erkrankten.

Bei einem Drittel dieser Patienten konnte das Team um Paul Brennan vom International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon Antikörper gegen den Hochrisiko-Typ 16 des Humanen Papillomvirus (HPV) nachweisen. HPV gilt neben Alkohol und Tabak­rauchen als möglicher Verursacher von Oropharynxkarzinomen. Die Daten der Studie bestätigen diesen Zusammenhang noch einmal eindrücklich mit einer Odds Ratio von 274 (95-Prozent-Konfidenzintervall 110 bis 681).

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Da alle Teilnehmer zu Beginn der Studie eine Blutprobe abgaben, können die Forscher zeigen, dass die HPV-Infektion der Krebserkrankung oft um mehr als zehn Jahre vorausgeht. Der Nachweis im Serum könnte deshalb ein Frühwarnzeichen sein. Die Studie liefert allerdings keinen Hinweis darauf, wie hoch das individuelle Risiko bei einer Seropositivität ist und in welchen Intervallen ein Screening auf ein Oropharynx-Karzinom erfolgen sollte, ganz zu schweigen davon, ob ein solches Screening die Sterberate senken kann.

Im Unterschied zu den durch Tabak und Alkohol ausgelösten Kopf-Hals-Karzinomen scheinen die HPV-Tumore eine günstige Prognose zu haben. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch am Leben zu sein, war in der Studie dreimal höher als bei nicht-HPV-assoziierten Karzinomen. © rme/aerzteblatt.de

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