Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Soziale Netzwerke motivieren zur Organspende

Mittwoch, 19. Juni 2013

Baltimore – Soziale Netzwerke wie Facebook könnten die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Das berichtet die Arbeitsgruppe um Andrew Cameron an der John Hopkins University, Baltimore. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im American Journal of Transplantation (http://dx.doi.org/10.1111/ajt.12312).

In Deutschland besitzt nur rund 25 Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis, obwohl laut Umfragen 70 Prozent der Deutschen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Öffentlichkeitsarbeit und transparente Informationen sind bei diesem sensiblen Thema unabdingbar, meinen die Wissenschaftler um Cameron.

Die Arbeitsgruppe suchte eine Möglichkeit, die Spendebereitschaft mit Hilfe von sozialen Netzwerken zu erhöhen. Durch eine neue Einstellung bei Facebook konnten die US-amerikanischen User am 1. Mai 2012 ihren Spenderstatus in ihrer Chronik veröffent­lichen. Facebook schickte den Usern dann einen Link zu ihren lokalen Spenderegistern.

Die Freunde der registrierten Organspender wurden über den neuen Status ihrer Freunde informiert. Sie konnten sich dann selbst zur Organspende registrieren oder die Aktion mit anderen teilen. Am ersten Tag der Initiative stieg die Zahl der neu registrierten Organspender von 616 auf 13.056. Dies entspricht einer mehr als 20-fachen Anzahl an Neuregistrierten. Je nach Bundesstaat stieg die neue Spendebereitschaft um das sieben bis 108-fache.

Die neue Motivation zur Registrierung währte jedoch nur zwölf Tage. Nach einigen Wochen sank die Anzahl der Neuregistrierten wieder auf das Ausgangsniveau ab. Obwohl das Interesse abflaute, sieht die Arbeitsgruppe Potenzial in solchen Initiativen.

Die Forscher betrachten soziale Netzwerke als ein nützliches Mittel Öffentlichkeitsarbeit für Gesundheitsthemen zu leisten. Ob jedoch die Anzahl an Spenderorganen durch solche Aktionen wirklich steigt, müssten Langzeitstudien zeigen, so die Wissenschaftler.

In Deutschland ist es diese Funktion auch. Hierfür muss man auf seiner persönlichen Startseite ein Lebensereignis hinzfügen, die Rubrik „Lebensereignis“/„Gesundheit und Wellness“ auswählen und den Organspendestatus zur eigenen Timeline hinzufügen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.04.17
München – Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und das Bayerische Gesundheitsministerium wollen beim nächsten Spieltag im Amateurfußball für Organspenden werben. „Das Thema Organspende geht die ganze......
25.04.17
Dresden – Sachsens Regierung will mehr Menschen für eine Organtransplantation gewinnen. Dem dient auch eine Gesetzesnovelle zum Transplantationsgesetz, über die Gesundheitsministerin Barbara Klepsch......
18.04.17
Organspenden gehen im ersten Quartal leicht zurück
Berlin – Die Zahl der postmortalen Organspenden in Deutschland ist im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht gesunken. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Deutschen Stiftung......
18.04.17
Kapstadt – Eine makabre Kinowerbung hat in Südafrika zu einem deutlich Anstieg von Organspenderegistrierungen geführt. In dem Spot wirbt eine fiktive „New Day Clinic“ in Kapstadt für eine......
07.04.17
Bremen – Die Krankenkasse Barmer hat gefordert, die Zahl der Transplantationszentren um mehr als die Hälfte zu reduzieren. „Wir benötigen keine 50, sondern maximal 20 Transplantationszentren in......
02.03.17
Minneapolis – US-Forscher haben einen möglichen Ansatz zur längeren Aufbewahrung von Spenderorganen entwickelt. Im Labor gelang es ihnen, tierische Gewebeteile mit einem besonderen Verfahren schonend......
31.01.17
Organspende: Hohe Bereitschaft, wenig Vertrauen
Hamburg – Die grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende in Deutschland ist hoch, auch wenn die tatsächlichen Spenderzahlen im vergangenen Jahr auf einen Tiefststand gefallen sind. Das geht aus einer......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige