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Präventions­initiative: KBV und KVen werben für den Check-up 35

Donnerstag, 20. Juni 2013

Berlin – Ab dem Alter von 35 Jahren haben die gesetzlich Krankenversicherten alle zwei Jahre Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung. Mit dem sogenannten Check-up 35 sollen häufig auftretende Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Nierenerkrankungen frühzeitig erkannt werden.

Um die Angehörigen der Altersklasse über 35 Jahre stärker für die Inanspruchnahme dieser Leistung zu gewinnen, starten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder am 21. Juni eine Informationskampagne zum Check-up 35 im Rahmen ihrer seit 2010 laufenden Präventionsinitiative.

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Ein Patienten-Faltblatt informiert in wenigen Worten darüber, was der Check-up 35 beinhaltet und wie die Untersuchung abläuft. Darüber hinaus weist ein Wartezimmer­plakat auf die Gesundheitsuntersuchung hin. Für Ärzte gibt es außerdem Praxisinformationen mit Hinweisen zur Ansprache der Patienten.

Sämtliches Informationsmaterial ist ab dem Kampagnenstart im Internet unter www.kbv.de/checkup35.html verfügbar. Der Flyer ist auch als Kopiervorlage in fünf Sprachen erhältlich. Weitere Exemplare sowie das Wartezimmerplakat können Ärzte bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung oder per E-Mail bei der KBV bestellen: versand@ kbv.de. © JM/aerzteblatt.de

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Avatar #667549
Dr. Kramer
am Freitag, 21. Juni 2013, 14:14

Papier & Prävention - wen wollen wir erreichen?

Flyer, Wartezimmer-Poster... - auch ein Weg und wichtig.
Wenn man die jungen, vermeintlich Gesunden mit Präventionsthemen erreichen will, spielen neue Medien, Apps und natürlich auch das Internet eine große Rolle. Unser Tipp: zertifzierte, unabhängige Vorsorge-Uhr auf Praxiswebsite einbauen (kostenlos & einfach). Damit können alle gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen interaktiv abgefragt werden nach Alter und Geschlecht unabhängig vom Praxisbesuch - www.vorsorgeuhr.de
Auch Smartphone-Apps sind bei mittlerweile 30 Mio. Smartphone-Nutzern in Deutschland ein Weg, den man gerade für Prävention vielleicht noch besser nutzen kann als bisher.
Initiative Präventionspartner
Dr. Ursula Kramer
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 21. Juni 2013, 12:07

Diese Initiative kann man knicken!

Der Check-Up-35 als Gesundheitsvorsorgeuntersuchung (GESU) in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ist ein Musterbeispiel dafür, wie es bei Vorsorge- bzw. Früherkennung gerade n i c h t gemacht werden sollte. Auch die GKV-Krebsfrüherkennung schwankt zwischen Primärprävention, Früherkennung von Krankheiten und Sekundärprävention, o h n e dass dies allen Beteiligten überhaupt klar ist. Von wissenschaftlichen Evaluationen seitens der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der KVen bei beidem - keine Spur!

In der GESU wird ein lächerlich minimales Laborprogramm gefahren: Glucose- und Gesamtcholesterin im Serum und ein Urinstix nach Farbskala, das ist schon Alles. Essenzielle Organfunktionen über Kreatinin und Krea-Clearance, GGT, TSH, HS zu bestimmen, oder gar so verwegene Laboruntersuchungen wie ein großes Blutbild und im höheren Lebensalter ein EKG zum Ausschluss des dann häufigeren Vorhofflimmerns machen zu lassen, kommt weder den Kassen- noch den KV- Vertragsarztfunktionären in den Sinn. Sie sitzen lieber in wohltemperiertem Büromobiliar und schauen der wachsenden Morbiditäts- und Mortalitätsentwicklung bei Männern und Frauen ebenso gleichgültig zu, wie ihrem Body-Mass-Index (BMI) bzw. ihrem Bauchumfang.

Die Präventions­initiative - KBV und KVen werben für den Check-up 35, ist ebenso unüberlegt und zum Scheitern verurteilt, wie die gerade für 15 Millionen Euro gestartete KBV-Initiative "Wir arbeiten für Ihr Leben gern", die noch auf meinem Auto klebt, und verleugnet, dass wir dafür budgetiert, regressiert und drangsaliert werden. Ich warte nur darauf, dass der nächste Ganove mein Auto mit diesem Aufkleber knackt, weil er Wertvolles in einem Arztwagen vermutet.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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