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Medizin

MERS: Kurze Epidemie mit Superspreader in Saudi-Arabien

Donnerstag, 20. Juni 2013

Riad – Im Osten Saudi-Arabiens ist es zu einem kurzen, aber heftigen Ausbruch des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) gekommen. An vier Kliniken erkrankten 23 Personen, von denen 15 gestorben sind. Die Autoren ziehen im New England Journal of Medicine (2013; doi: 10.1056/NEJMoa1306742) Parallelen zur SARS-Epidemie.

Die Epidemie ereignete sich in vier Kliniken im Regierungsbezirk Al-Hasa, der im Osten Saudi-Arabiens an Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate angrenzt. In dieser Region wird das bisher unbekannte Reservoir des neuen Coronavirus vermutet. Hier hatte es zuvor auch die meisten der mittlerweile 64 gesicherten Erkrankungen gegeben.

Die ersten Fälle waren sporadisch, dann wurde in zwei Fällen eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nachgewiesen. Jetzt berichtet das Team um Ziad Memish vom Gesundheits­ministerium in Riad über den ersten „echten“ Ausbruch. Ausgangspunkt war ein Patient auf einer Dialysestation, der innerhalb weniger Tage gleich sieben Personen ansteckte. Memish erinnert dies an die „Super-Spreader“, die 2002/3 die SARS-Epidemie voran­getrieben hatten.

Ein weiterer Patient hat drei Personen und vier Patienten haben jeweils 2 Personen infiziert. Bei einer Inkubationszeit von 5,2 Tagen (SARS 8,4 Tage) könnten sie die Erkrankung relativ schnell verbreiten, doch die geeigneten Gegenmaßnahmen haben dies an den vier Kliniken verhindert. Der erste Patient war am 1. April erkrankt, der letzte Fall datiert vom 23. Mai. Die meisten Erkrankungen waren auf Dialyse- und Intensivpatienten beschränkt. Es gab jedoch einige wenige Erkrankungen unter dem Pflegepersonal und durch das Screening konnten auch Angehörige identifiziert werden.

Da der Ausbruch auf eine umschriebene Region im Osten Saudi-Arabiens beschränkt war, dürfte sich an der derzeitigen Risikoabschätzung nichts ändern. Anders als bei SARS wird es keine Reisewarnungen geben.

Das Robert-Koch-Institut rät den deutschen Kliniken jedoch, bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndrom generell (auch unabhängig von einer Reiseanamnese) immer eine labordiagnostische Abklärung auf MERS-CoV durchzuführen, insbesondere dann, wenn sich der Patient oder Patientin in den 10 Tagen vor Erkrankungsbeginn in einem Land der arabischen Halbinsel aufge­halten hatte oder gar einen Kontakt mit einem Patienten mit bestätigter MERS-CoV-Infektion hatte. © rme/aerzteblatt.de

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