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Medizin

USA: Weniger Infektionen durch HPV-Impfung

Donnerstag, 20. Juni 2013

dpa

Atlanta – Die HPV-Impfung hat in den USA trotz einer geringen Akzeptanz die Prävalenz der Infektionen im Teenager-Alter innerhalb weniger Jahre halbiert. Die Autoren vermuten im Journal of Infectious Diseases (2013; doi: 10.1093/infdis/jit192) einen Herdeneffekt.

Humane Papillomaviren (HPV) sind Auslöser von chronischen Zervixinfektionen, die in ein Karzinom münden können. In den USA wird seit 2006 allen Mädchen im Alter von 11 bis 12 Jahren zur Impfung geraten. Der Termin wurde bewusst so früh gelegt, da die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein sollte. Ein kompletter Impfschutz erfordert aber drei Einzelimpfungen im Abstand von jeweils bis zu 6 Monaten.

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Der Impfung war in den USA kein großer Erfolg beschieden. Nur etwa ein Drittel aller Teenager wurde bisher geimpft, während die Impfquote in Ruanda 80 Prozent beträgt, wie Tom Frieden der Leiter des Centers for Disease Control and Prevention jetzt bei der Vorstellung einer Studie seiner Behörde beklagte.

Doch trotz der geringen Impfquote ist die Prävalenz der HPV-Infektionen bei den 14- bis 19-Jährigen von 11,5 Prozent im Zeitraum 2003 bis 2006 auf 5,1 Prozent in den Jahren 2007 bis 2010 gesunken. Dies war in einer stichprobenartigen Untersuchung heraus­gekommen. Die Erklärung für die Halbierung der Prävalenz trotz geringer Aufnahme der Impfung (die nach einer anderen Umfrage, die jüngst in Pediatrics erschienen ist, weiter zurückgeht) ist nicht einfach.

Studienleiterin Lauri Markowitz vermutet einen Herdeneffekt. Er könnte sich daraus ergeben, dass bevorzugt Mädchen geimpft wurden, die zu einem früheren Zeitpunkt sexuell aktiv wurden und häufiger den Sexualpartner wechseln. Ungewollt bestätigte Markowitz damit die konservativen Kritiker der Impfung, die ihre Ablehnung damit begründen, dass die Impfung die Mädchen zur Promiskuität verleiten könnte. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #606570
DirkKestner
am Mittwoch, 26. Juni 2013, 09:27

Verstehe ich nicht...

Unter Bezugnahme auf die vorige Wortmeldung frage ich mich, wen man in der Präpubertät "mündig aufklären" soll, ein 10-12jähriges Mädchen? Es dürfte doch v. a. eine Angelegenheit der elterlichen Fürsorge sein, ob Mutter und Vater für ihre Tochter eine entsprechende Impfung ins Auge fassen oder nicht, und dies werden sie in altersgerechter Weise mit dem Kinde zu besprechen haben. Daraus muß man doch kein Exempel irgendeiner Minoritätenindoktrination konstruieren! Übrigens, auch als Nicht-Onkologe und Nur-Nervenarzt kenne ich manches weibliche Leid, das mit einer effizienten Impfung zur rechten Zeit hätte verhindert werden können; vielleicht ist die "Heterodenke" doch nicht ausschließlich borniert und ignorant...
Avatar #658277
cattac13
am Freitag, 21. Juni 2013, 21:16

und wieder einmal: klassische Heteronormativität

"In den USA wird seit 2006 allen Mädchen im Alter von 11 bis 12 Jahren zur Impfung geraten. Der Termin wurde bewusst so früh gelegt, da die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein sollte."

Hier wird wieder einmal allen empfohlen, was keineswegs alle betrifft oder für alle sinnvoll ist. Denn: Selbstverständlich sind nicht "alle Mädchen" heterosexuell oder bi veranlagt, und selbst von denen, die hetero oder bi sind, wollen ja nicht unbedingt (gleich) alle die "Rein-Raus-Tour", und zwar so schnell wie möglich.

Das wird hier wieder einmal übersehen - oder vielleicht gar nicht übersehen, sondern einfach "nur" heteronormativ und klassisch 'rollen'verteilt gedacht, was hier eben bedeutet, die "anderen" nicht wahr-/ernstzunehmen? - auch die, die vielleicht gar keinen Sex wollen, oder höchstens irgendwann später einmal - die gibt es nämlich - immer nach dem Motto, das sei ja schließlich nicht 'normal', das seien ja nicht so viele? (und deshalb zählen sie gar nicht - Pech gehabt also, als vergleichsweise 'irrelevante 'Minderheit'' - da muss man sich halt willig ignorieren lassen?)
Ganz abgesehen davon, dass es natürlich auch Menschen gibt, die zwar eine Vagina haben, aber keine Zervix, die überhaupt von HPV betroffen werden könnte... .

Warum nicht einfach >alle< Menschen (jeden Geschlechts) rechtzeitig umfassend und mündig aufklären und dann selbst entscheiden lassen, wer die Impfung für sich möchte und wann? - anstatt "allen" zu empfehlen, was keineswegs alle betrifft.
LNS

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