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Ausland

Weltgesundheits­organisation: Häusliche Gewalt gegen jede dritte Frau

Donnerstag, 20. Juni 2013

Genf – Gut ein Drittel aller Frauen weltweit ist nach Angaben der Weltgesundheits­organisation (WHO) Opfer häuslicher Gewalt. Besonders häufig seien Übergriffe aus Frauen durch ihre Partner in großen Teilen Asiens und im Nahen Osten, teilte die WHO am Donnerstag im schweizerischen Genf anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Studie mit. Dort sind demnach zwischen 37 und 38 Prozent aller Frauen betroffen, in Europa, den USA und anderen Wohl­standsregionen hingegen gut 23 Prozent.

Die Chefin der WHO-Abteilung für Familien-, Frauen- und Kindergesundheit, Flavia Bustreo, sprach von einer "schockierenden Statistik". Vor allem beunruhige sie, dass es Gewalt gegen Frauen in hohem Maß "in der ganzen Welt" gebe. Für ihre Studie hatte die WHO 81 Länder untersucht. Ihre Erkenntnisse veröffentlichte sie nach verschiedenen Regionen, nicht jedoch nach einzelnen Staaten gegliedert.

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In ihrem Bericht betont die WHO auch, dass misshandelte Frauen unterschiedlichsten gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt seien. Neben Knochenbrüchen und äußerlichen Verletzungen nannte sie etwa sexuell übertragbare Krankheiten. Zudem hätten misshandelte Frauen ein zweifach höheres Risiko, depressiv oder alkoholabhängig zu werden, als andere. Auch ungewollte Schwangerschaften und darauf folgende Abtreibungen seien ein großes Problem, erklärte die WHO.

Die Daten für den umfangreichen Bericht wurden von Experten der WHO sowie der London School of Hygiene and Tropical Medicine und des South African Medical Research Council zusammengetragen.

„Gewalt gegen Frauen ist ein globales Gesundheitsproblem von epidemischem Ausmaß“, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zu dem Report am Donnerstag in Genf. „Zugleich sehen wir, dass das Gesundheitswesen mehr für Frauen, die Gewalt erfahren, tun kann und tun muss“, sagte Chan.

Täter oft die eigenen Ehemänner
Zu den Ergebnissen der weltweiten Studie gehört, dass Frauen weit öfter sexuellen und anderen Brutalitäten durch ihre eigenen Ehemänner ausgesetzt sind als durch fremde Vergewaltiger. „Gewalt innerhalb von Beziehungen ist die am meisten verbreitete Gewalt gegen Frauen, betroffen sind 30 Prozent aller Frauen weltweit“, erklärte die WHO. Zudem sei bei 38 Prozent aller Frauen, die Opfer von Morden werden, der aktuelle oder ehemalige Intimpartner der Täter.

Die WHO veröffentlichte zugleich eine umfangreiche Handreichung für Kliniken und medizinisches Personal zur besseren Erkennung von Hinweisen auf Vergewaltigungen und andere Formen körperlicher Gewalt. Viele der Frauen würden aus Angst vor Stigmatisierung oder Scham die Ursachen von Verletzungen oder auch von psychischen Leiden verschleiern. Das erschwere oft medizinische Hilfe.

Am häufigsten sind Frauen zwischen 40 und 44 Jahren Opfer von Gewalt in Beziehungen (37,8 Prozent), am wenigsten zwischen 50 und 59 Jahren (15,1 Prozent). Danach verzeichnen die Autoren der Studie wieder einen Anstieg: 19,6 Prozent der Frauen zwischen 60 und 64 Jahren sowie 22,2 Prozent der 65- bis 69-Jährigen - höhere Lebensalter wurden nicht ausgewiesen. Bei den 15- bis 19-Jährigen sind es 29,4 Prozent.

© afp/aerzteblatt.de

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Avatar #94177
SandalTolk
am Mittwoch, 22. März 2017, 06:29

Wie glaubwürdig sind diese Zahlen?

Man vergisst immer wieder, dass in diesen Horrorzahlen, die Gewalterfahrungen im ganzen Leben der Frauen gesammelt werden. Die jährliche Rate, soweit sie ausgewiesen wird, beträgt in den westlichen Ländern o,2%! In 10 Jahren habe ich 2% gesammelt! In 100 Jahren habe ich 20% gesammelt!

Für jeden, einigermaßen der Wissenschaft Verpflichteten, sind diese Zahlen einfach Humbug!
LNS

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