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Medizin

Antibio­tika-Resistenz: Erster VRSA-Fall in Europa

Freitag, 21. Juni 2013

Lissabon – In der portugiesischen Hauptstadt sind erstmals für Europa Methicillin-resistente Staphylococcus aureus isoliert worden, die auch auf Vancomycin unem­pfindlich reagierten. Diese VRSA zeigten laut einem Bericht im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61219-2) aber keine Tendenz zur Ausbreitung.

VRSA gehören zu den Worst-Cases in der Resistenzproblematik, da Vancomycin bei Infektionen mit MRSA zu den letzten wirksamen Antibiotika gehört. Doch trotz des häu­figen Einsatzes von Vancomycin sind VRSA Einzelfälle geblieben. In Europa hatte es bisher noch keinen einzigen dokumentierten Fall gegeben. Dieser wurde jetzt von Mikrobiologen aus Portugal beschrieben.

Das Team um José Melo-Cristino von der Universität Lissabon isolierte die Erreger aus dem Eiter, der sich bei einer 74 Jahre alten Diabetikerin am Amputationsort einer Zehe gebildet hatte. Die genetische Untersuchung ergab, dass es sich um den Typ ST105 handelt, der auch in den USA beobachtet wurde. Da es aber keine epidemiologische Verbindung gibt, vermutet Melo-Cristino, dass die MRSA das Gen für die Vancomycin-Resistenz von einem Darmbakterium (Vancomycin-resistente Enterococcus faecalis, VRE) übernommen hat.

Melo-Cristino ist über den Fall besorgt, da Portugal das europäische Land mit der stärksten Verbreitung von MRSA und VRE ist, und die Voraussetzungen für die Bildung von VRSA deshalb günstig sind. Bisher sind jedoch in der Umgebung der Frau keine weiteren Infektionen aufgetreten. Dies entspricht den Erfahrungen in den USA, wo VRSA bisher nur sporadisch aufgetreten sind ohne eine Tendenz zur Verbreitung. Die portugiesische Patientin wird derweil mit Daptomycin, Rifampicin und Amikacin und einer aggressiven Wundpflege behandelt. © rme/aerzteblatt.de

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