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Medizin

Schlaganfall: Lysetherapie kann Pflegebedürftigkeit verhindern

Freitag, 21. Juni 2013

Edinburgh – Eine frühzeitige Lysetherapie kann bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall das Ausmaß der Behinderungen mindern. Die Vorteile waren in einer randomisierten klinischen Studie in Lancet Neurology (2013; doi: 10.1016/S1474-4422(13)70130-3) auch nach 18 Monaten noch nachweisbar.

Der dritte International Stroke Trial (IST-3) war die größte bisher zur Thrombolyse des Schlaganfalls durchgeführte Studie. In 12 Ländern (keine deutsche Beteiligung) waren 3.035 Patienten (die Hälfte von ihnen über 80 Jahre alt) innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Apoplex entweder mit dem Plasminogenaktivator Alteplase oder Placebo behandelt worden.

Im letzten Jahr hatte das Team um Peter Sandercock von der Universität Edinburgh berichtet, dass die Lyse zwar nicht die Sterberate senkt. In beiden Gruppen waren nach 6 Monaten 27 Prozent der Patienten verstorben. Der Anteil der Patienten, die ohne schwere Behinderungen (Oxford Handicap Score OHS bis 2) aus der Klinik entlassen werden konnten, wurde durch die Lysetherapie jedoch erhöht: Auf 1.000 behandelte Patienten kamen danach 14, denen durch die Behandlung ein Leben ohne Pflegebe­dürftigkeit gesichert werden konnte.

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Die einzelnen Behandlungszentren haben die überlebenden Patienten nach 18 Monaten kontaktiert. Erneut war kein Einfluss der Lysetherapie auf die Sterberate erkennbar. In beiden Therapie-Armen waren mittlerweile 35 Prozent der Patienten gestorben. Der Vorteil im Endpunkt „Überleben mit einem OHS 0-2“ war jedoch weiterhin im Alteplase-Arm höher als im Placebo-Arm.

Der absolute Vorteil auf 1.000 Patienten betrug jetzt 36 Patienten, denen die Pflegebe­dürftigkeit erspart wurde. Die Patienten waren seltener bettlägerig, konnten häufiger für sich selbst sorgen und Tätigkeiten des normalen Lebens verrichten. Auch die Zahl der Patienten, die unter Schmerzen litten, war geringer.

Allerdings klagte in beiden Therapie-Armen etwa die Hälfte der Patienten über Depressionen oder Angstzustände. Sie zeigen einen deutlichen Verlust an Lebensqualität für die Schlaganfallpatienten an, der durch die Lysetherapie nicht verhindert werden konnte. © rme/aerzteblatt.de

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