Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Was soziale Netzwerke im Gesundheitswesen leisten können

Montag, 24. Juni 2013

dpa

Sydney – Soziale Medien wie Facebook, Twitter und andere sind im Gesundheitswesen bereits weit verbreitet. „Dennoch ist ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft“, meint der Direktor des Centre for Health Informatics der University of New South Wales, Sydney, Australien, Enrico Coiera, im British Medical Journal (2013; 346: 22-24).

Sozialen Medien sind von ihrer Struktur her darauf angelegt, Nutzergruppen zu bilden, die sich miteinander austauschen. Klassische Medien dagegen setzen eher auf den einseitigen Kommunikationsweg vom Sender zum Empfänger. Facebook und Co. haben sich im Gesundheitswesen bereits in vielen Bereichen etabliert, „allowing old things to be done in new ways“, so Coiera. Zum Beispiel machen Sie die Qualität von Versorgungs­einrichtungen transparenter, indem sie Patienten-Rückmeldungen sammeln und verbreiten.

In Notfällen oder Katastrophen lassen sich Informationen über soziale Medien schneller verbreiten. Coiera nennt in diesem Zusammenhang Flutkatastrophen und das „Fuku­shima Desaster“. In Pandemiefällen können die sozialen Medien die Ausbreitung der Erkrankungen in Echtzeit erfassen und den zuständigen Behörden übermitteln.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst nutzt die sozialen Medien laut dem Autor eher noch als einseitiges Verbreitungsinstrument, dennoch lassen sich über soziale Netzwerke Gesundheitsinformationen auch jetzt schon besser verbreiten als über viele her­kömmliche Medien.

Ärzte und Wissenschaftler nutzen die neuen Instrumente zum fachlichen Austausch und zur Fortbildung. Auch in der Forschung haben sich die sozialen Medien längst etabliert. Wissenschaftler können zum Beispiel Studienteilnehmer darüber rekrutieren.

Trotzdem haben die sozialen Medien ihre wahre Bedeutung bei der Gesundheits­versorgung noch nicht ausgespielt, meint der Autor und spricht in diesem Zusammen­hang von neuen Möglichkeiten einer sogenannten network medicine. Dabei geht es laut Coiera darum, über das Online-Netzwerk direkt in das Krankheitsgeschehen einzu­greifen.

Als mögliche Indikationen nennt er krankhaftes Übergewicht, Suchterkrankungen, Rauchen und Depressionen. Voraussetzung für die network medicine sei, dass sie sich sozial beeinflussen ließen. „There are now multiple lines of evidence that online networks can change offline behaviour“, so Coiera. Zum Beispiel gebe es starke Hinweise dafür, dass Online-Gemeinschaften Angst und Depressionen bei Krebspatienten vermindern könnten.

Allerdings bringt jede neue Technologie auch Risiken mit: Bei den sozialen Netzwerken besteht laut Coiera die Gefahr, dass unseriöse Informationen und gezielte Beeinflussung für die Nutzer nicht erkennbar sind. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.10.17
Vor allem ältere Menschen für digitale Patientenakten
Berlin – Vor allem ältere Menschen wünschen sich die Einführung digitaler Patientenakten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forschungsinstituts Yougov im Auftrag des AOK Bundesverbands, wie die......
23.10.17
Modellprojekt zur ausschließlichen Fernbehandlung startet in Baden-Württemberg
Stuttgart – In Baden-Württemberg startet ein Modellprojekt zur ausschließlichen Fernbehandlung von Privatversicherten. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer hat das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben jetzt genehmigt.......
19.10.17
Ärzte fordern intelligente Patientenakte und wollen bei Tests mitreden
Dortmund – Die vernetzte elektronische Patientenakte (ePA) ist derzeit als wesentliche Komponente der Digitalisierung des Gesundheitswesens ein viel diskutiertes Thema. Wesentliche Fragen zur......
18.10.17
Internetbasierte Akzeptanz- und Commitment-Therapie reduziert Schmerzen
Freiburg – Chronische Schmerzen akzeptieren – das lernen Patienten bei einer onlinebasierten Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Der Ansatz kann Schmerzen reduzieren und führt gleichzeitig zu......
16.10.17
Wissenschaftliche Nutzung von Gesundheitsdaten: Plädoyer für Bund-Länder-Staats­vertrag
Kiel – Die rasante Zunahme und Verbreitung digitaler Gesundheitsdaten bietet große Chancen, aber auch Risiken für die medizinische Forschung. In Deutschland fehlt unter anderem aufgrund der föderalen......
16.10.17
Ärger um Praxisausweis
Berlin – Damit Praxen ein Teil der neuen Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) werden können, benötigen Ärzte neben Konnektor, Kartenterminal und VPN-Zugangsdienst vor allem den Praxisausweis (SMC-B). Dieser......
13.10.17
Das „Wie“ der Telemedizin ist entscheidend
Berlin – Telemedizin soll den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzen und nicht ersetzen. Dies war ein Fazit des Symposiums „Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit – Perspektiven einer Ethik......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige