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Medizin

Gen-Mutation schützt vor H. pylori-Infektion

Montag, 24. Juni 2013

Helicobacter pylor /Yutaka Tsutsumi M.D

Greifswald – Der Kontakt mit dem Magenkeim Helicobacter pylori führt nicht bei jedem Menschen zu einer Ansteckung. Einige sind nach einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2013; 309: 1912-1920) durch eine genetische Variante der ange­borenen Immunantwort vor einer Infektion geschützt.

Die Schleimhaut des Magens und anderer Verdauungsorgane wird von dendritischen Zellen durchstreift, die auf der Suche nach Krankheitserregern sind. Als Antenne für mögliche Erreger dienen die sogenannten Toll-ähnlichen Rezeptoren (TLR), die als Bestandteil der angeborenen Immunabwehr bei einem Kontakt mit dem Erreger einen Alarm auslösen.

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Das Team um Julia Mayerle von der Universitätsmedizin Greifswald ist bei einer genom-weiten Assoziationsstudie (GWAS) an 10.938 Menschen aus Vorpommern und den Niederlanden jetzt auf zwei Genvarianten in einem TLR-Gen gestoßen, deren Träger zu 30 Prozent seltener Antikörper gegen H. pylori haben, sich also vermutlich seltener chronisch mit dem Magenkeim infizieren.

Eine der beiden Genvarianten war in einer weiteren Analyse mit einer vermehrten Expression von TLR in den Abwehrzellen des Blutes verbunden, was eine kausale Bedeutung unterstreicht. In einer dritten Untersuchung konnten die Forscher zeigen, dass die Expression von TLR mit der Konzentration von H. Pylori-Antigenen in Stuhl­proben korreliert. Schließlich entdeckten sie eine Mutation, die für die veränderte Reaktion des Immunsystems verantwortlich sein könnte.

Der endgültige Beweis, dass TLR1 der direkte Bindungspartner für H. pylori im Magen ist, steht noch aus. Mayerle hält es nicht für ausgeschlossen, dass weitere Faktoren eine Rolle spielen. Die Ergebnisse sind nach Ansicht der Forscherin insbesondere für die Entwicklung zukünftiger Impfstrategien gegen H. pylori von großer Bedeutung, an denen derzeit weltweit unter Hochdruck gearbeitet wird. © rme/aerzteblatt.de

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