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Politik

SPD: Pflegeausbildung soll kostenlos werden

Montag, 24. Juni 2013

dpa

Berlin – Die SPD will die Ausbildungskosten für angehende Pflegekräfte streichen. Das geht aus einem Eckpunktepapier der Partei hervor, das ihr gesundheitspolitischer Sprecher Karl Lauterbach heute in Berlin vorgestellt hat. Zudem soll in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten ein Mindestpersonalschlüssel eingeführt werden. Diese Maßnahmen würde die SPD durch eine Erhöhung des Beitragssatzes in der Pflege­versicherung finanzieren.

„Zurzeit fehlen zwischen 100.000 und 200.000 Pflegekräfte in Deutschland“, sagte Lauterbach. „Wenn wir jetzt nichts tun, wird diese Lücke weiter anwachsen.“ Viele Interessierte gingen heute nicht in die Pflege, weil die Arbeit dort kaum zu leisten sei und die Pflegekräfte überfordere. Deshalb müsse der Beruf attraktiver gemacht werden.

Darüber hinaus will die SPD die Bürgerversicherung auch in der Pflege einführen inklu­sive einkommensabhängiger Beiträge und einem Risikoausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung. Den sogenannten Pflege-Bahr, eine private Zusatz­versicherung, die mit dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz Anfang dieses Jahr eingeführt worden war, will die SPD im Falle einer Regierungsbeteiligung wieder abschaffen.  

Um die Arzneimittelversorgung in der Pflege zu verbessern, soll der Einsatz von Blistern und die Wiederverwendung von Arzneimitteln geprüft werden. „Wenn ein Pflege­bedürftiger stirbt, werden seine Arzneimittel weggeworfen. Durch eine Verblisterung könnte man die Medikamente weiter verwenden“, erklärte Lauterbach.

Zudem will die SPD die „derzeitige systematische Übertherapie“ mit Arzneimitteln in der Pflege überprüfen. Pflegebedürftige bekämen heute zum Teil Arzneimittel, die für alte Menschen nie getestet worden seien, kritisierte Lauterbach. Die dadurch eingesparten Gelder sollen der SPD zufolge für eine verbesserte Psychotherapie verwendet werden.  „Psychotherapie wird in der Pflege bislang kaum genutzt, würde aber den Übergang in die Demenz entschleunigen und die Lebensqualität der Patienten erhöhen“, so der SPD-Politiker.  

Auch das barrierefreie Wohnen für Pflegebedürftige will die SPD durch steuerliche Anreize für Kommunen fördern. In so entstehenden Pflege-Wohngemeinschaften könnten Pflegebedürftige durch Angehörige in Verbindung mit Pflegediensten betreut werden. © fos/aerzteblatt.de

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rostm
am Montag, 24. Juni 2013, 21:58

blablabla

Herr L mit der Fliege,
was wirklich zählt, ist den Pflegekräften ein auskömmliches Einkommen zu ermöglichen, d.h. den Pflegediensten die tarifgerechte Bezahlung möglich zu machen. Die gegenwärtig von der AOK angestrebten Vergütungen lassen das nicht zu, also wird unter Tarif bezahlt, und für den Hungerlohn wird kaum noch deutsches Personal gewonnen werden. Also werden Pflegekräfte aus Osteuropa angeheuert (die dann ihrerseits dort fehlen).
Die Kassen müssen - und das gilt auch für den Krankenhaussektor - gezwungen werden, existenzsichernde Vergütungen zu gewährleisten, und Lohndumping im Pflegesektor gehört untersagt. Wegepauschalen von 1 Euro bei kilometerlangen Anfahrten auf dem flachen oder im gebirgigen Land sind ruinös. Wenn ich einen Handwerker benötige, sehe ich da ganz andere Beträge....

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