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Medizin

Schwangerschaft: Eisen verhindert Mangelgeburten

Montag, 24. Juni 2013

dpa

Boston – Der erhöhte Eisenbedarf in der Schwangerschaft löst häufig eine Anämie aus. Eine Eisensubstitution führt einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2013; 346: f3443) zufolge nicht nur zu besseren Hämoglobinwerten. Auch das Geburtsgewicht des Kindes steigt, es kommt zu weniger Mangelgeburten, während ein Einfluss auf die Frühgeburtenrate nicht eindeutig war.

Eisenmangel ist die weltweit häufigste Mangelerkrankung und die wichtigste Ursache für eine Anämie. Besonders gefährdet sind Schwangere, da der Eisenbedarf durch die Ent­wicklung des Feten teilweise verdoppelt ist. Experten schätzen, dass ein Drittel aller Schwan­geren mit Eisen unterversorgt ist, weltweit wären dann 32 Millionen Schwangere betroffen.

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Die resultierende Anämie gefährdet nicht nur die Gesundheit und (in Ländern mit einer schlechten Gesundheitsversorgung) das Leben der Schwangeren. Durch den vermin­derten Sauerstofftransport werden auch Embryo und Fetus geschädigt. Von einer Eisensubstitution, die die Anämie der Schwangeren schnell beseitigen kann, ist deshalb ein günstiger Einfluss auf die intrauterine Entwicklung zu erwarten.

Die Beweislage in den klinischen Studien war jedoch nicht eindeutig, was Batool Haider von der Harvard School of Public Health in Boston und Mitarbeiter zu einer umfassenden Meta-Analyse bewog. Ausgewertet wurden nicht nur die Ergebnisse von 48 randomi­sierten Interventionsstudien an 17.793 Schwangeren. Die Forscher suchten auch in 44 Kohortenstudien mit 1,8 Millionen Schwangeren nach Argumenten für eine Eisensubstitution.

Die Ergebnisse zur Anämie waren eindeutig. Die Eisensubstitution steigerte die Hämoglo­binkonzentration im Mittel um 4,59 g/l ( 95-Prozent-Konfidenzintervall 3,72-5,46), was die Zahl der Anämien halbierte (relatives Risiko 0,50; 0,42-0,59). Die Zahl der Eisen­man­gelanämien ging sogar um 60 Prozent zurück.

Eisensubstitution: Kind profitiert eindeutig
Haider kann jetzt erstmals eindeutig nachweisen, dass auch das Kind von der Eisensubs­titution der Mutter profitiert. Das Geburtsgewicht stieg in den Studien im Durchschnitt um 41,2 Gramm (1,2-81,2) an, die Zahl der Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ging um 19 Prozent zurück (relatives Risiko 0,81; 0,71-0,93). Auch für einen Rückgang der Frühge­burten ermittelte Haider einen Trend. Die Rate ging um 16 Prozent zurück, doch das Signifikanzniveau wurde verfehlt (relatives Risiko 0,84; 0,68-1,03). In den Kohor­tenstudien, deren Beweiskraft allerdings eingeschränkt ist, war eine Anämie jedoch mit einer signifikant erhöhten Rate von Frühgeburten assoziiert (Odds Ratio 1,21; 1,13-1,30).

Laut den Berechnungen von Haider kommt es pro 10 mg Eisenzufuhr (dosisabhängig bis zu einer Gesamtmenge von 66 mg pro Tag) zu einer Abnahme der mütterlichen Anämie um 12 Prozent, einem Anstieg des Geburtsgewichts um 15 Gramm und zu einer Verminderung der Mangelgeburten um 3 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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