Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Neuer Kodex: Industriesponsoring soll transparenter werden

Dienstag, 25. Juni 2013

Berlin – Künftig sollen Pharmafirmen auf einer Webseite veröffentlichen, wie sie Ärzte und andere Gesundheitsberufe unterstützen. Das sieht ein sogenannter Transparent­kodex vor, den der Dachverband der europäischen Pharma-Verbände sowie einzelner Pharmaunternehmen (EFPIA) verabschiedet hat. Der Kodex regelt auf europäischer Ebene die Verpflichtung der Unternehmen, ihre direkten und indirekten Zuwendungen an Ärzte und andere Gesundheitsberufe offenzulegen.

Dazu zählen Dienstleistungs- und Beratungshonorare, Spenden, Zuwendungen im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen und solche aus dem Bereich Forschung und Entwicklung. „Das Zusammenwirken von Ärzten und Pharmaindustrie wird schnell unter den Generalverdacht der Beeinflussung und Manipulation gestellt. Damit soll Schluss sein durch mehr Transparenz. Sie ist die Grundlage für Glaubwürdigkeit und Verbrauchervertrauen“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller Birgit Fischer.

Bereits 2004 hätten die vfa-Mitglieder die „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arznei­mittelindustrie e.V.“ (FSA) gegründet. Dieser Verein überwache die korrekte Zusammenarbeit von pharmazeutischen Unternehmen mit Ärzten, Apothekern und weiteren Angehörigen der medizinischen Fachkreise in Deutschland. Seit 2009 legten die forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland außerdem einmal jährlich detailliert offen, welche Patientenorganisation sie in welcher Weise unterstützten.

Der neue Transparenzkodex führt jetzt europaweit Mindeststandards ein, welche die nationalen Verbänden einhalten sollen. Im nächsten Schritt sind die Vorgaben der EFPIA auf nationaler Ebene von der jeweiligen Mitgliedervereinigung umzusetzen. Stichtag für die Umsetzung ist der 31. Dezember 2013. Zudem wird der Kodex dem Bundeskartellamt zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. „Gleichermaßen finden mit der Ärzteschaft dazu Gespräche statt, um für eine gemeinsame Umsetzung zu werben“, erläuterte Fischer. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

15.09.17
MEZIS: Keine CME-Punkte für pharmagesponserte Fortbildungen
Berlin – Ärztinnen und Ärzte sollen künftig keine Fortbildungspunkte mehr erhalten, wenn sie Fortbildungsveranstaltungen besuchen, die von der Pharmaindustrie gesponsert sind. Dafür will sich MEZIS,......
21.06.17
Zuwendungen an Ärzte: Transparenzoffensive verliert an Schwung
Berlin – Schon nach einem Jahr hat die Transparenzoffensive der Pharmaindustrie über umstrittene Zuwendungen an Ärzte einen Rückschlag erlitten. Die Zustimmungsquote der Ärzte zur namentlichen......
30.05.17
„Null-Eu­ro-Ärzte“-Datenbank soll für mehr Transparenz sorgen
Essen – Das gemeinnützige Recherchezentrum Correktiv hat eine „Null-Euro-Ärzte“-Datenbank gestartet. Hier können sich Mediziner eintragen, die im zurückliegenden Jahr kein Geld von der Pharmaindustrie......
22.05.17
AWMF legt einheitliche Regeln für Umgang mit Interessens­konflikten vor
Berlin – Auf das mitunter spannungsreiche Verhältnis von wissenschaftlicher Medizin und Industrie geht die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) in neuen......
03.05.17
Strengere Regeln für Pharmareferenten verändern Verordnungsverhalten der Ärzte
Los Angeles – Die Einführung von Reglementierungen für Pharmareferenten hat an medizinischen Hochschulen in den USA den Anteil der Verordnung von Markenpräparate zugunsten von Generika gesenkt. Dies......
19.12.16
Fachgesell­schaf­ten erarbeiten neue Vorgaben zum Umgang mit Interessenkonflikten
Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat sich dafür ausgesprochen, die Lebensqualität der Patienten stärker in den Leitlinien abzubilden.......
15.09.16
Boehringer-Stiftung und Uni Mainz wollen Streit um Verträge abhaken
Mainz – Die Boehringer-Stiftung und die Universität Mainz haben Kritik an ihrer Zusammenarbeit zurückgewiesen und eine Spende in dreistelliger Millionenhöhe als „reines Mäzenatentum“ bezeichnet. Die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige