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Medizin

Ursprung des Hepatitis C-Virus geklärt

Dienstag, 25. Juni 2013

Bonn – Das Hepatitis C-Virus, mit dem schätzungsweise 185 Millionen Menschen infiziert sind, hat enge Verwandte bei Nagetieren und Fledermäusen. Zwei Spezies könnten sich laut einer Studie in PLoS Pathogen (2013; 10.1371/journal.ppat.1003438) zum lang gesuchten Tiermodell für die Entwicklung eines Impfstoffes eignen.

Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Hepatitis C haben sich zwar in den letzten Jahren erweitert, die Entwicklung eines Impfstoffes ist allerdings nicht vorangekommen. Forscher führen dies auf das Fehlen eines Tiermodells zurück. Außer dem Menschen können nur Schimpansen mit Hepatitis C infiziert werden. Auf der Suche nach weiteren Tiermodellen hat ein internationales Forscherteam bei 4.770 Nagetieren und 2.939 Fledermäusen nach verwandten Erregern gesucht.

Darüber hinaus wurden 210 Pferde sowie 858 Katzen und Hunde untersucht. Bei der europäischen Rötelmaus (Myodes glareolus) und bei der afrikanischen Striemen-Grasmaus (Rhabdomys pumilio) wurden sie fündig. Fast 2 Prozent der kleinen Nagetiere waren mit Hepatitis C-ähnlichen Viren infiziert.

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Die Rötelmäuse erkranken wie die Menschen an einer Infektion der Leber und weisen ähnliche Symptome auf. Sie sind deshalb nach Ansicht von Erstautor Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn die erste Wahl für ein Tiermodell der Hepatitis C. Rötelmäuse sind nach Auskunft von Drexler schon in vielen Laboren vorhanden. Sie werden unter anderem als Modell für Hantaviren verwendet.

Die Studie liefert auch wichtige Hinweise auf die Herkunft des Hepatitis C-Virus. Neben den Mäusen scheinen auch Fledermäuse mit Hepatitis-C-artigen Viren infiziert zu sein. Die Forscher konnten die Viren zwar noch nicht nachweisen, wohl aber die Antikörper. Der enge Kontakt von Nagern und Fledermäusen, die jeweils in Kolonien zusammen leben, könnte die Ausbreitung begünstigen.

Drexler vermutet, dass die Viren im Verlauf der Evolution auf den Menschen oder andere Tiere übergesprungen sind. Interessanterweise wurden auch bei 3,3 Prozent der Pferde Virus-Gene nachgewiesen. Drexler schließt allerdings aus, dass die Viren vom Pferd auf den Menschen übertragen werden können.

© rme/aerzteblatt.de

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