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Politik

Gesundheitskarte: Kassen kritisieren Ärzte

Donnerstag, 27. Juni 2013

dpa

Berlin – Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) droht zu einem hunderte Millionen Euro teuren Projekt ohne Nutzen für die Patienten zu werden. Davor haben die deutschen gesetzlichen Krankenkassen am Donnerstag in Berlin gewarnt. Leistungs­erbringer seien daran Schuld, kritisierte der Verwaltungsrat ihres Spitzenverbands in einer Erklärung. Gemeint sind vorwiegend die Vertragsärzte, die aus Sicht der Kassen das IT-Projekt hintertreiben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wies den Vorwurf zurück.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, bestätigte frühere Angaben der Rheinischen Post, nach denen die Versicherungen bislang 728 Millionen Euro an Beitragsgeldern in die Karte investiert haben. Zehn Jahre nach dem Beschluss zur Einführung der eGK ist diese heute weitgehend an die rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland verteilt. Der einzige klare erkennbare Unterschied zur alten Krankenkassenkarte ist aber bislang: Sie trägt ein Foto des Versicherten. So soll Missbrauch verhindert werden.

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Nutzen? Nutzen. Nutzen!

Ach ja. Der GKV-Spitzenverband. Nutzen fordert er ein vom Projekt elektronische Gesundheitskarte. Und er weiß auch gleich, warum der Nutzen nicht kommt: Die Ärzte sind schuld. Und jetzt sollen endlich Zwangsmaßnahmen her. Das Schlimme ist nur, dass die Kassen nichts, offenbar aber auch gar nichts begriffen haben von diesem Projekt.

Als nächster Schritt sollen Daten wie etwa die Adresse via Online-Verbindung automatisch geändert werden können  – etwa wenn der Versicherte umzieht. Dann müssen keine neuen Karten verschickt werden. Der Kassenverband warnte nun, wegen Dauerblockaden drohten solche Anwendungen zu unterbleiben. „Um von dem Mehrwert der Karte profitieren zu können und nicht ausschließlich die höheren Stückkosten der eGK zu tragen, sind Online-Anwendungen zwingend notwendig.“

Doch wegen des Dauerstreits zwischen den beteiligten Verbänden von Ärzten, Kliniken, Apothekern und Krankenkassen steht all das noch in den Sternen. Der Kassenverband forderte den Gesetzgeber auf, die Karte durch strikte Vorgaben etwa an die Ärzteorga­nisationen zu retten. „Hierzu gehören insbesondere verbindlich einzuhaltende Termine einschließlich finanzieller Sanktionen, sofern diese Verpflichtungen nicht erfüllt werden.“

Die indirekt angesprochene KBV warf ihrerseits den Kassen Blockade vor. „Der GKV-Spitzen­verband hat in der Vergangenheit viele sinnvolle Vorschläge der KBV blockiert, etwa die Einrichtung von sogenannten eKiosken, bei denen die Versicherten in den Filialen der Krankenkassen ihre Karten an einem Terminal selbst aktualisieren und ihre Daten verwalten können“, sagte Sprecher Roland Stahl. Die eGK müsse einen Mehrwert auch für die Ärzte haben und dürfe nicht nur an Interessen der Kassen ausgerichtet sein. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #115797
EgoMan
am Samstag, 29. Juni 2013, 15:39

Patienten wollen die Karte nicht,

das kann ich zum großen Teil bestätigen. je besser die Patienten über die Gesamtsituation informiert sind, umso mehr lehnen sie die Einführung bzw. die von den Kassen vorgesehene Nutzung ab!
Ich persönlich übrigens als Patient auch!
Avatar #95536
screamner
am Donnerstag, 27. Juni 2013, 19:53

...

Wie viele Karten mit neuer Adresse hätte man von diesem Geld verschicken können? Auch Patienten wollen sie nicht, denn sie kommen nicht mehr an ihre Unterlagen. Warum darf der Patient den Befundbericht nicht lesen bzw. hat keine Chance dort ohne Hilfe dran zu kommen?
LNS

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