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Medizin

Brustkrebs: Magere protektive Wirkung von fettigen Fischen

Freitag, 28. Juni 2013

dpa

Hangzhou – Der Verzehr von bestimmten fetthaltigen Fischen könnte über die vermehrte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren das Brustkrebsrisiko senken. Der Effekt war in einer Meta-Analyse im British Medical Journal (BMJ 2013; 346: f3706) jedoch gering.

Zwei große prospektive Beobachtungsstudien aus Asien hatten in den letzten Jahren die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren mit einer niedrigen Brustkrebsrate in Verbindung gebracht. Die Singapore Chinese Health Study hatte in den obersten drei Quartilen der Omega-3-Fettsäuren-Zufuhr eine Reduktion des Erkrankungsrisikos um 26 Prozent gefunden. In der Japan Collaborative Cohort Study erkrankten Frauen, die besonders viel Omega-3-Fettsäure über Fischmahlzeiten zu sich genommen hatten, sogar nur halb so häufig an Brustkrebs.

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In einer Reihe anderer Studien, die das Team um Duo Li von der Zhejiang Universität in Hangzhou recherchierte, war eine inverse Assoziation jedoch nicht zu erkennen. In der Meta-Analyse aus 21 Studien mit über 800.000 Teilnehmerinnen, darunter etwa 20.000 Frauen mit Brustkrebs, wurde die protektive Wirkung deshalb verwässert: Nach den jetzt vorgestellten Ergebnissen war die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren mit Fischmahlzeiten nur noch mit einer um 14 Prozent niedrigeren Rate von Brustkrebserkrankungen verbunden (relatives Risiko der obersten gegenüber der untersten Kategorie 0,86; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,78-0,94).

Die Assoziation war weitgehend auf die in Asien durchgeführten Studien beschränkt, was Li auf den dort höheren Fischkonsum zurückführt. Tatsächlich scheint eine dosisabhängige Wirkung zu bestehen, die in Beobachtungsstudien immer ein Hinweis auf eine Kausalität ist: Pro 0,1 Gramm Omega-3-Fettsäuren oder pro 0,1 Prozent Anteil an der Energiezufuhr sank das Brustkrebsrisiko um 5 Prozent. Für den Gesamtfischverzehr konnte Li übrigens keine Hinweise auf eine Schutzwirkung finden.

Sie fehlte auch für die vermehrte Zufuhr von Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettsäure, die ausschließlich in pflanzlichen Ölen enthalten ist. Zu den Fischen mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren gehören Lachs, Thunfisch und Sardinen. Ob Omega-3-Fettsäuren tatsächlich protektiv wirken, könnte nur durch randomisierte Studien belegt werden, die offenbar zu dieser Fragestellung noch nicht durchgeführt wurden. © rme/aerzteblatt.de

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