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Hausarzt-EBM: Die Änderungen im Detail

Samstag, 29. Juni 2013

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben die ab Oktober vorgesehenen Änderungen am Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), die sie am Donnerstag im Bewertungsausschuss vereinbart hatten, präzisiert. Ziel ist es, die hausärztliche Grundversorgung zu stärken.

Folgende Änderungen sind vorgesehen: Es gibt statt drei nun fünf Altersgruppen für die Versichertenpauschale (Gebührenord­nungsposition 03000/04000). Bis zum vollendeten 4. Lebensjahr erhalten Hausärzte dann 23,60 Euro, vom 5. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr 15 Euro, vom 19. bis zum vollendeten 54. Lebensjahr 12,20 Euro, vom 55. bis zum vollendeten 75. Lebensjahr 15,70 Euro und für ältere Patienten 21 Euro. Die passende Versichertenpauschale wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bei der Abrechnung angesetzt, so dass Hausärztinnen und Hausärzten kein höherer Abrechnungsaufwand entstehen werde, betont die KBV. Weil zusätzlich eine neue Vorhaltepauschale für die Praxen eingeführt wird, wurden die neuen Versicherten­pauschalen gesenkt.

Neu eingeführt wird eine Abrechnungsziffer für ausführliche Gespräche, die als Einzelleistung vorgesehen ist (GOP 03230/04230). Angesetzt sind dafür zehn Minuten Gespräch im Zusammenhang mit einer lebensverändernden Krankheit. Allerdings ist hierfür eine Mengenbegrenzung vorgesehen.

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Auch die neue Vorhaltepauschale („versorgungsbereichsspezifische Grundpauschale“) ist beschlossene Sache. Sie beträgt 14 Euro (GOP 03040/04040). Vorgesehen ist sie zur Finanzierung der Praxisstrukturen, die für die hausärztliche Grundversorgung notwendig sind. Sie kann einmal pro Quartal und Behandlungsfall abgerechnet werden – aber nur für Patienten, deren Versorgung zum grundsätzlichen hausärztlichen Versorgungsauftrag zählt.

Wie dieser zu definieren ist, war wochenlang Gegenstand von Diskussionen. Nun wurde im Bewertungsausschuss beschlossen, dass dazu auch die Behandlung von Diabetes-, HIV- und Substitutionspatienten zählt. Nicht zulässig ist die Abrechnung der neuen Versorgungspauschale hingegen für Patienten, die Leistungen wie Psychotherapie, Akupunktur, Schmerztherapie oder Schlafdiagnostik erhalten. Auch diese Pauschale ergänzt die KV bei der Abrechnung.

Neu aufgenommen wurden als weitere Leistungen in den EBM solche der geriatrischen Versorgung, der allgemeinen Palliativversorgung und der Sozialpädiatrie für Kinder- und Jugendärzte. Dafür stellen die Krankenkassen 124 Millionen Euro pro Jahr bereit. Im Fall der Sozialpädiatrie wird eine neue Gebührenordnungsposition in Kapitel 4 aufgenommen, die den zusätzlichen Aufwand bei der Betreuung von chronisch kranken und behinderten Kindern besser abbilden soll.

Für die allgemeine Palliativversorgung sind GOP zur Eingangsdiagnostik und zur Betreu­ung für die Kapitel 3 und 4 des EBM vorgesehen. Um die geriatrische Versorgung gezielt zu fördern, wird die GOP zum Basisassessment angepasst. Eine weitere GOP wird eingeführt, und zwar für die Abrechnung im Fall von Patienten, die aufgrund der Art, Schwere und Komplexität ihrer Krankheit besonderen Versorgungsbedarf haben. Im Vorfeld hatte es Diskussionen darüber gegeben, ob die Hausärzte zusätzliche Qualifikationen nachweisen müssen, wenn sie diese Leistung abrechnen wollen. Das ist nun nicht notwendig.

Neu geregelt wird ab Oktober auch der Chronikerzuschlag. Um den höheren Aufwand bei der Behandlung chronisch Kranker besser abzubilden, werden zwei neue GOP eingeführt. Die erste (03220/04220) in Höhe von 13 Euro kann bei einem Arzt-Patient-Kontakt abgerechnet werden, die zweite (03221/04221) in Höhe von 15 Euro bei zwei oder mehr Kontakten. Auch der Chronikerzuschlag wird von der KV bei der Abrechnung automatisch zugefügt. Er ist aber nur bei Patienten abrechenbar, deren Versorgung zum grundsätzlichen hausärztlichen Versorgungsspektrum zählt. Die Faustregel laute: Keine Vorsorgepauschale, kein Chronikerzuschlag, so die KV. © Rie/KBV/aerzteblatt.de

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