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Uniklinik Halle fürchtet nach Kritik um ihre Existenz

Montag, 1. Juli 2013

Halle/Magdeburg – Die Uniklink Halle befürchtet langfristig die Schließung des Standortes Halle, sollten die Empfehlungen des Wissenschaftsrates umgesetzt werden,  sagte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Michael Gekle. Die Mitteldeutsche Zeitung vom Montag hatte berichtet, der Wissenschaftsrat empfehle in einem Papier „deutliche Einschnitte“ an der Uniklinik. Eine Sprecherin des Wissenschaftsrats sagte, die Stellungnahme sei vom Medizin-Ausschuss ausgearbeitet worden und befinde sich noch im Entwurfsstadium

Für das Land hätten die vorgeschlagenen Einschnitte – etwa die medizinische Ausbildung in den ersten vier Semestern in andere Städte zu verlagern – gravierende Folgen. Studenten würden dann lieber woanders Medizin oder Zahnmedizin studieren, Mitarbeiter in Lehre und Forschung in Halle keine Perspektive mehr sehen. Zudem wäre die medizinische Versorgung im Süden Sachsen-Anhalts in Gefahr, sagte Gekle.

Die Universität erhoffe sich nun Unterstützung vom Landtag. „Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates sind kein Diktat“, sagte Gekle. „Wir erwarten ein faires, solides und kritisches Votum.“ Rektor Udo Sträter sagte, es habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert.

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„Durch die Fakultät ist ein Ruck gegangen“, sagte er. In Halle studieren den Angaben zufolge 2.200 Menschen Medizin, knapp 4.000 Mitarbeiter gibt es insgesamt im Universitätsklinikum und an der medizinischen Fakultät. Ende April waren rund 7.000 Menschen in Halle gegen Einsparungen auf die Straße gegangen.

Den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zufolge soll die Grundausbildung der Medizinstudenten in den ersten vier Semestern in Halle zum Teil aufgegeben werden, schreibt die Zeitung weiter.

Derzeit gebe es 288 Plätze für Studienanfänger. Der Wissenschaftsrat empfehle zudem, die Forschung zu reduzieren. Im Wissenschaftsrat sitzen Vertreter des Bundes und der Länder sowie Wissenschaftler. Das Gremium soll die Politik beraten.

Der Präsident des Landesrechnungshofes, Ralf Seibicke, sagte: „Ein Land mit zwei Millionen Einwohnern kann sich an sich zwei Unikliniken nicht leisten. Wenn es die politische Entscheidung ist, zwei Standorte zu haben, vielleicht mit einer neuen Schwerpunktsetzung, dann muss man sich wieder überlegen, wo nehme ich das Geld für diesen besonderen Schwerpunkt her?“

Das Wissenschaftsministerium in Magdeburg wollte sich zu dem Gutachten-Entwurf nicht äußern. „Wir rechnen damit, dass der Entwurf noch verändert wird“, sagte ein Sprecher. Wesentliche Punkte würden noch abgestimmt. Daher wolle man das Papier nicht kommentieren. Auch der CDU-Wissenschaftsexperte Ulrich Thomas warnte vor voreiligen Schlüssen.

Die Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert nannte es „Unsinn“, einen Teil der Ausbildung nach Magdeburg zu verlegen. Auch der wissenschaftspolitische Sprecher der Linken, Hendrik Lange, kritisierte eine mögliche Verlagerung der Ausbildung für die ersten Semester. „Wenn die Vorklinik aus Halle abgezogen wird, bedeutet das den Tod auf Raten der Hochschulmedizin an der Martin-Luther-Universität“, erklärte er in einer Mitteilung.

© dpa/aerzteblatt.de

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