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Politik

Masern: Bahr droht mit Impfpflicht

Dienstag, 2. Juli 2013

Berlin – Angesichts der dramatisch hohen Zahl von Masernerkrankungen in Deutschland hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) eine mögliche Impfpflicht für Kinder ins Gespräch gebracht. „Es ist verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen”, sagte Bahr der Bild-Zeitung vom Dienstag. Im ersten Halbjahr 2013 gab es bundesweit bereits mehr als 900 Masernfälle – 2012 waren es zwar insgesamt nur 166 Erkrankungen, 2011 waren es aber 1608 Fälle.

Bahr verwies darauf, dass die Masern in Skandinavien und in den USA de facto ausgerottet seien, „aber bei uns ist die Impfrate nicht hoch genug". „Bleibt das so, wird die Diskussion über eine Impfpflicht kommen", betonte er. In Deutschland gibt es immer noch große Impflücken beim Schutz gegen Masern, vor allem im Südwesten Deutschlands, in Bayern, und auch in Berlin.

Einen lebenslangen Masernschutz hat nur, wer in der Kindheit zwei Mal geimpft wurde. Besonders problematisch ist die Situation nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Ständige Impfkommission rät daher seit einiger Zeit auch all jenen, die nach 1970 geboren sind, generell zur Masernimpfung, sofern sie nur einmal oder gar nicht geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist.

Ursprünglich hatte sich die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) das Ziel gesetzt, die Masern bis 2010 in Europa zu eliminieren. In vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, sind die Impfraten bislang allerdings nicht hoch genug, um die Masern auszurotten. Neues Ziel ist jetzt 2015. © afp/aerzteblatt.de

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Gromer
am Mittwoch, 3. Juli 2013, 00:41

Impfpflicht?!

Eine Impfpflicht ist erfahrungsgemäß kontraproduktiv. Diejenigen Ärzte, die für diese Fälle durch ihre offene Impfgegnerschaft verantwortlich sind, sind bekannt und werden sicher weiterhin nicht impfen. Z.B. aus Teilen der ehemaligen UdSSR kennen wir aus der Vergangenheit die "Luftimpfungen" (Dokumentierte aber nie wirklich durchgeführte Impfungen - dort jedoch häufig dem Mangel an Impfstoff geschuldet).
In den USA löst an das Problem pragmatischer: No vaccination - no school.
Ohne nachgewiesene Impfung dürfen Kinder schlicht keine öffentliche Schule, Uni oder Kita besuchen.
Auch ist es erforderlich, dass in dem Medien endlich unter ausgewogener Berichterstattung nicht gleiche Sendezeit für beide Seiten verstanden wird und man auch einmal kritisch bei den Kritikern nachfragt.

Und bevor ich es vergesse, ja ich habe in der Vergangenheit für einen Impfstoffhersteller gearbeitet. Dies ist jedoch meine Privatmeinung und nicht die meines aktuellen oder bisheriger Arbeitgeber.

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