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Psychotherapie wirkt bei sozialer Phobie

Donnerstag, 4. Juli 2013

dpa

Berlin – Die Kurzzeit-Psychotherapie ist ein wirksames Mittel gegen die soziale Phobie. Diese Wirkung hält selbst zwei Jahre nach Ende der Psychotherapie noch an, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).

Die soziale Phobie ist die häufigste Angststörung in Deutschland. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Meist ziehen sich die Betroffenen bereits im Jugendalter von Sozialkontakten zurück. Sie haben Angst davor, schlecht beurteilt zu werden oder in peinliche Situationen zu geraten. Deshalb vermeiden sie es, im Zentrum der Auf­merksamkeit zu stehen. Das führt oft zu erheblichen privaten und beruflichen Problemen und in extremen Fällen zu Vereinsamung.

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Die Wirksamkeit der Psychotherapie hat nun der Forschungsverbund SOPHO-NET bestätigt. „Dabei handelt es sich um eine der größten Studien zur Psychotherapie weltweit“, sagte Falk Leichsenring von der DGPM und Leiter der SOPHO-NET-Studie. Sie ist im American Journal of Psychiatry erschienen (2013; 170:759-767). Für die multizentrische Studie hatten die Forscher 495 Patienten zufällig in drei Gruppen eingeteilt.

Die Patienten der ersten Gruppe wurden neun Monate lang mit der sogenannten kognitiven Therapie behandelt, die der zweiten neun Monate lang mit der sogenannten psychodynamischen Therapie. Die dritte Gruppe blieb über sechs Monate unbehandelt – entsprechend den realen Bedingungen einer Warteliste. Im Ergebnis zeigten die beiden Psychotherapiegruppen mit 60 beziehungsweise 52 Prozent der Patienten Heilungs­anzeichen in ähnlichem Umfang.

Bei der Wartelistengruppe waren es 15 Prozent. In den ersten beiden Gruppen wiesen 36 beziehungsweise 26 Prozent überhaupt keine klinischen Symptome der sozialen Phobie mehr auf. In beiden Therapiegruppen besserte sich auch die Depressivität. „Damit ist klar, dass beide Psychotherapien wirksam sind. Im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung hält die Besserung auch noch zwei Jahre nach Ende der Behandlung an“, sagte Leichsenring.

Folgestudien sollen nun zeigen, welche Patienten von welcher Form der Psychotherapie am stärksten profitieren können. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #75014
DÄ-News
am Freitag, 5. Juli 2013, 16:48

Psychotherapie wirkt bei sozialer Phobie

mich wundert, diesen Artikel zufälligerweise unter "vermischtes" , auf das ich üblicherweise gar nicht achte, zu lesen. ich schätze, dass viele kollegen aus Zeitdruck ebenfalls "vermischtes" als nicht relevant einschätzen und nicht beachten.
Avatar #110487
Robernd
am Freitag, 5. Juli 2013, 10:41

Erfolg durch KVT

Mein Enkel (24) litt unter einer sozialen Phobie, die im Höhepunkt zur vollständigen Isolation führte und mit 2 Studienabbrüchen verbunden war. Seine einzige Verbindung zur Gesellschaft war das Internet, ohne allerdings E-mails zur Familie und zu Freunden zu senden. Handy- und Postverbindungen wurden nicht benutzt. Ihn zu erreichen, war praktisch nicht möglich. Seine Wohnungstür blieb allen verschlossen. Dann folgte nach vielen Monaten eine Nachricht, dass er viele Ängste und psychische Probleme habe, die er wahrscheinlich nicht allein ohne professionelle Hilfe lösen könnte. 2 Monate später kam die ersehnte Bitte zur Abholung durch den Vater, für die Familie unvergessen! Nach weiteren Wochen hatte er den Mut, sich einer Behandlung zu stellen. In der Zwischenzeit hatte ich mich intensiv mit der Literatur zu Angststörungen und zur kognitiven Verhaltenstherapie (Margraf, Schneider, Lazarus-Meinka, Kanfer, Beck) beschäftigt und gelernt, diese psychische Störung zu definieren und begriffen, dass Druck oder "Selbsttherapie" das falscheste Methode zur Hilfe waren.
Die Therapie erfolgte in einer psychatrischen Klinik (ambulant) mit offensichtlich sehr gutem Erfolg: Gesprächstherapie, Ergotherapie, Sport. Die Initiative wurde voll der Therapeutin überlassen. Die Familie bemühte sich, keinerlei Druck auszuüben oder neugierige Fragen zu stellen. Nach nunmehr 8 Monaten kann man feststellen, dass die Therapeutin eine ausgezeichnete Arbeit geleistet hat, sofern man sich als Laie (mit literarisch-fachlicher Information) dazu ein Urteil bilden kann. Der "Patient" hat sich in seinen sozialen Verhalten und im Selbstbewusstsein deutlich verändert und stellt sich aktiv der Fortsetzung eines (veränderten) Studiums.
Ich bin froh, diese Erfahrung als Kommentar weiterzugeben zu können.
Robert
LNS

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