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Abtreibungsverbot in Irland: Familie verklagt Krankenhaus

Donnerstag, 4. Juli 2013

Dublin – Der Ehemann der im Krankenhaus verstorbenen Savita Halappanavar hat die Universitätsklinik in Galway wegen medizinischer Fahrlässigkeit verklagt. Die 31-jährige Inderin war dort im Oktober 2012 wegen Schwangerschaftskomplikationen eingeliefert worden. Sie starb wenige Tage später an Blutvergiftung, nachdem ihr die Ärzte einen Schwangerschaftsabbruch verweigert hatten. Der Fall hatte die öffentliche Diskussion über die strenge Abtreibungsgesetzgebung in Irland angeheizt.

Der Anwalt der Familie, Gerard O'Donnell, sagte der Zeitung Irish Times vom Donnerstag, die Gründe für die fahrlässige Behandlung von Savita Halappanavar seien immer noch nicht aufgeklärt. Die Familie erhoffe sich von der Klage eine vollständige Klärung der Todesumstände.

Am Dienstag hat das irische Parlament in erster Lesung mit großer Mehrheit eine Reform des Abtreibungsgesetzes angenommen. Der Entwurf sieht nun eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Fall einer Gefährdung des Lebens der Mutter vor. Anfang nächster Woche wird über das Gesetz endgültig abgestimmt. Nach einer Testperiode soll die neue Rechtslage noch einmal überprüft werden.

Mit der Reform will die irische Regierung ein Grundsatzurteil des höchsten irischen Gerichts umsetzen. Es hatte bereits 1992 entschieden, dass eine Abtreibung gerechtfertigt sein könne, wenn so das Leben der Mutter gerettet werden könnte. Die Regelung blieb aber umstritten und fand keinen Eingang in das entsprechende Gesetz. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg verlangte daher 2010 eine Klärung des Abtreibungsgesetzes. Die Rechtsunsicherheit stelle eine Verletzung der Menschenrechte irischer Frauen dar.

Die irische Bischofskonferenz lehnt eine Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes strikt ab. Sie spricht von einem „fundamentalen Eingriff in die medizinische Praxis in Irland“ und einem „Wendepunkt unseres Landes“. © kna/aerzteblatt.de

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